Grußwort der Botschafterin

Liebe Mitglieder,

liebe Freunde des Schweizerisch-Deutschen Wirtschaftsclub e.V., München,

BERNE 17.08.2015 - Christine Schraner Burgener. © Béatrice Devènes

BERNE 17.08.2015 – Christine Schraner Burgener. © Béatrice Devènes

sehr gerne bin ich heute Ihrer Einladung zum 40-jährigen Bestehen des Münchener SDW gefolgt. Ohne eine erfolgreiche Förderung der wirtschaftlichen Beziehungen unserer beiden Länder, das Hauptziel des Vereins, wäre dieses Jubiläum gar nicht erreicht worden. Auch nicht ohne ein intensives Engagement der vielen Menschen, die den Club auf dieser langen Wegstrecke getragen haben. In dieser Zeit ist ein lebendiges, solides, bi-nationales Netzwerk an geschäftlichen und privaten Beziehungen entstanden.

Die Anziehungskraft des Clubs schlägt sich auch in einer stetig steigenden Zahl von Mitgliedern nieder. Die regelmäßigen, thematisch anspruchsvollen Club- Veranstaltungen mit namhaften Referenten und weitere Aktivitäten wie Firmenbesuche, Reisen und kulturelle Events werden gut angenommen und ziehen auch viele Gäste an, die sich oft dem Verein später auch als neue Mitglieder anschließen. Ein vitales, aktives Clubleben also, dessen Aktivitäten auch von anderen Schweizer Institutionen in München geschätzt und unterstützt werden.

Schweizer fühlen sich gut aufgehoben und repräsentiert, deutsche Unternehmer können erste Kontakte zur Schweiz aufnehmen. Es kommt zu wirtschaftlichen Impulsen und Anregungen vielfältiger Art. Mehr kann ich mir als offizielle Vertreterin der Schweiz nicht wünschen. Deshalb bin ich auch sehr zuversichtlich aus München weiterhin gute schweizerisch-deutsche Nachrichten zu erhalten und freue mich bei Gelegenheit wieder einmal vorbei zu schauen.

Mit besten Wünschen
Christine Schraner Burgener

SDW

Der Schweizerisch-Deutsche Wirtschaftsclub e. V. fördert die wirtschaftlichen Beziehungen und den Erfahrungsaustausch sowohl der Mitglieder des Vereins untereinander als auch mit anderen Vereinigungen ähnlicher Zielsetzung zwischen der Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland. Neben Vorträgen, Diskussionen und sonstigen Veranstaltungen organisiert der SDW München Kontakte zur Presse, zu Behörden und Verbänden und Vereinigungen der Wirtschaft sowohl in der Schweiz als auch in der Bundesrepublik Deutschland.

Künftige Veranstaltungen

11. Dezember 2017

Weihnachtsfeier im Wirtshaus in der Au

14. Februar 2018

Aschermittwochs-Fischessen

 

16. November 2017: Vortrag Martin Bärlocher

Gerichtsgebäude betritt man – abgesehen vielleicht von den dort Beschäftigten – regelmäßig eher mit gemischten Gefühlen und verlässt sie dann entweder erleichtert und froh oder völlig niedergeschlagen. Ganz anders die Mitglieder und Gäste unseres Clubs letzten Don­nerstag, am 16.11.2017. Schon unten am Eingang zum OLG wurden alle vom Wachperso­nal ohne die übliche Untersuchungsprozedur freundlich registriert und hinter der Absperrung dann von unserem Mitglied, der Vorsitzenden Richterin am OLG Gräfin zu Dohna herzlich empfangen und gebeten, sich zum Vortragssaal im 4. Stock zu begeben.

Nach kurzer Wartezeit, die mit justizadäquaten alkoholfreien Getränken überbrückt werden konnte, begann dann fast ganz pünktlich das Programm:

Zunächst nochmals Gräfin zu Dohna, die uns nun stellvertretend für den verhinderten Präsidenten des OLG München offiziell begrüßte.

Dann stellte uns unsere – nicht verhinderte – Präsidentin den Gast und Referenten des Abends vor, den sie schon seit der Zeit ihrer Ausbildung in der Schweiz kennt: Martin Bärlocher. Der 44-jährige Staatsanwalt in Zürich-Sihl war zu dieser Veranstaltung als umwelt- und vermutlich auch ausgabenbewusster Schweizer mit dem Flixbus aus Zürich angereist. Er versprach gleich zu Beginn, dass er uns auch nach dem Ende des „offiziellen“ Teils zur Beantwortung von Fragen zur Verfügung stünde; er habe bis Sonntag Urlaub in München und beab­sichtige nicht, bereits um 22:00 Uhr im Bett zu liegen (so wörtlich).

Spritzig, humorvoll, dabei aber durchaus ernsthaft und auch kritisch erklärte er uns Aufbau und Arbeitsweise der Staatsanwaltschaft in der Schweiz und stellte dabei die Unterschiede zur Rechtslage in Deutschland heraus.  Gewürzt und damit für die Zuhörerschaft griffiger und anschaulich gestaltet wurde das Ganze mit konkreten, durch die Presse allseits bekannten Beispielen, wie die „Goldküstenbubis“ (München 2009), Carlos (Zürich 2013), Jörg Kachelmann (Mannheim 2010/11) und Karl Dall (Zürich 2013/14).

Interessant, dass die Rückfallquote jugendlicher Täter in der Schweiz bei wesentlich milderen Maßnahmen mit 33% erheblich niedriger ist, als im deutlich härter vorgehenden Deutschland mit 45,5% (Zahlen 2012).

Beeindruckend (oder bedenklich?) die Macht des Staatsanwalts in der Schweiz, beginnend mit der Befugnis ohne richterlichen Beschluss selbst Zwangsmaßnahmen (wie z.B. Hausdurchsuchungen) anord­nen zu können bis hin zum eigenständigen Erlass von Strafbefehlen. Ein Vergleich mit dem mittelalterlichen Inquisitor liege durchaus nicht fern, wie Martin Bärlocher selbst sagte. Ob die Schweiz gegenüber Deutschland hier das bessere System habe – diese durchaus berechtigte Frage wollte er nicht beantworten.

Anders die Frage eines Zuhörers, ob diese Machtfülle nicht Gefahr bedeute, bei den Ermittlungen die gebotene Objektivität und die Pflicht zur Berücksichtigung auch der entlastenden Momente zu vernachlässigen: Martin Bärlocher sah dies für sich persönlich nicht. Er unterliege keinem Bestrafungszwang und möchte niemanden bestraft sehen, dem eine Straftat nicht nachgewiesen werden könne – „er wolle sich morgens im Spiegel in die Augen sehen können“ und sei sich der mit seinem Amt verbundenen Verantwortung durchaus be­wusst. Er räumte aber auch ein, dass eine stärkere Beteiligung des Gerichts schon im Ermitt­lungsstadium durchaus seine Vorteile habe und das System „Schweiz“ hier möglicherweise auch Schwächen aufzeige.

Die anschließende rege Diskussion musste dann abgebrochen werden, da wir pünktlich um 20:00 Uhr das Gerichtsgebäude verlassen haben mussten. Selbstverständlich hatte unsere Präsidentin für den weiteren Verlauf des Abends vorgesorgt: es waren Plätze in der Osteria im Künstlerhaus reserviert, wo wir unsere Gespräche fortführen konnten, nachdem wir uns am dortigen Eingang durch die Warteschlange gekämpft hatten und soweit das der Lärmpegel im Restaurant zuließ. Die Pizza dort war jedenfalls an Größe und an Qualität be­merkenswert und mit vollem Mund sollte man sich ohnehin nicht mehr unterhalten.

Rudolf Kratzer

Schweizer Felchlin Schokolade bei „Clement Chococult“ am 18. Oktober 2017 in Bernried

Der Ausflug des SDWM an den Starnberger See endete bereits am Bahnhof Bernried. Denn just dort hat die Firma Clement Chococult ihre Manufaktur im historischen Bahnhofsgebäude eingerichtet.

Seit 2003 betreibt Franz Clement gemeinsam mit seiner Frau die Schokoladenmanufaktur, erst in Tutzing und ab 2010 als gläsere Manufaktur im alten Bahnhofsgebäude von Bernried. Seit 2014 sind auch die beiden Söhne im Familien-Betrieb aktiv.

Von Anfang an standen die Qualität sowie der außergewöhnliche Geschmack der Schokolade und der Pralinen im Vordergrund. Hier kommt die Firma Max Felchlin AG aus Schwyz im gleichnamigen Schweizer Kanton ins Spiel.

Dem Schokoladen-Endkonsumenten ist der Name selten ein Begriff, denn die Firma hat sich darauf spezialisiert, sogenannte Couvertüre für professionelle Weiterverarbeiter, wie Confiseure, Bäcker, Pâtissiers oder Gastronomie, herzustellen. Dieses und noch viel mehr erfuhren die zahlreich angereisten SDWM Mitglieder bei einem Glas Sekt von Stephan Iten, dem Export Sales Manager Europe von Felchlin und von Hermann Ratzinger, Generalimporteur von Felchlin für u.a. Deutschland. Die Location für den Vortrag über Felchlin war übrigens der Verkaufsraum von Clement Chococult, mit seinen verführerischen Düften von herrlich anmutenden Pralinen in der Auslage. Eine richtige Herausforderung seine Sinne auf den Vortrag zu lenken und nicht nur auf die Pralinen.
Warum Clement und Felchlin Partner wurden liegt am gleichermaßen hohen Qualitätsanspruch an die Grundprodukte. Felchlins Couvertüre ist keine Massenware und mit dem Gewohnten auf dem Markt aufgrund ihres vollmundigen Aromas nicht zu vergleichen. Die Kakaobohnen werden direkt bei ausgewählten Kakaobauern weltweit eingekauft und dabei wird das Augenmerk auf beste Qualität und Nachhaltigkeit gelegt. Damit schafft Felchlin eine direkte faire Handelsbeziehung zu den Kakaobauern und garantiert sich damit langfristig höchste Qualität. Die fermentierten und getrockneten und Bohnen werden in Schwyz dann zu diversen Schokoladen Grundprodukten – eben den Couvertüren – verarbeitet, u.a. auch zu den Grand Cru Produkten, welche die Familie Clement in ihren Kreationen einsetzt.
Ein Highlight des Vortrages war die Verkostung von frischen Kakaobohnen, die Herr Iten vor unseren Augen aus der Kakaoschote löste. Die frische Bohne ist mit einem weißen litschiähnlichen Fruchtfleisch umgeben, welches dem Kakao erst durch die Fermentation und die Trocknung den charakteristischen bitteren Geschmack verleiht.
Insgesamt erfuhren unsere Mitglieder viel über die Kakao- und Schokoladenherstellung – auch dass beim sog. Conchieren länger rühren nicht unbedingt bessere „Schoggi“ hervorbringt.

Die Gruppe wechselte dann in die Produktionsräume der Manufaktur, wo bereits diverse Häppchen und natürlich eine große Auswahl feinster Pralinen auf die Gäste warteten.
Im Gespräch mit Franz Clement und seinen Söhnen, sowie der Vorführung einzelner Herstellungsschritte, wie z.B. des Aufbringens des Schokoüberzugs unter dem Schokobrunnen, konnten die Köstlichkeiten ausführlich probiert und genossen werden.
Viel zu schnell war es leider wieder Zeit, die Heimreise anzutreten. Was von der Veranstaltung bleibt ist zum einen das Bewusstsein, dass sich hinter „Schokolade“ so viel mehr verbirgt und zum anderen die süßen Erinnerungen, die uns sicherlich wieder zu Clement Chococult in Bernried oder München führen werden.

Thomas Berger

12. Juli 2017 – Sommerfest

Dieses Jahr lud der SDW zum Sommerfest in den Münchner Osten – ins Restaurant Michaeligarten, das direkt am Ufer des Ostparksees liegt.

Nach der kurzen Mitgliederversammlung trafen sich die zahlreichen Mitglieder, Ihre Begleitungen, der Schweizer Generalkonsul Markus Thür mit seiner Gattin Juçara Thür und die Gäste auf der sonnigen Terrasse zum See, und genossen den vorerst herrlichen Sommerabend bei einem schönen Glas Riesling Sekt und feinen Häppchen – beides gestiftet von unserem Firmen-Mitglied, Greater Zurich Area AG, und dessen Repräsentanten und aktiven Ersatz-Vorstand im SDWM, Rolf Bühler.

Nach der Vorspeise erzählte unsere Vorstandsvorsitzende Monika Oberndorfer in ihrer Ansprache Geschichten und Anekdoten aus dem Leben einer Vorstandsvorsitzenden. Nachdem Sie Ihren Dank mit jeweils einer Sonnenblume Ihren Vorstandskollegen ausdrückte und einem großen Blumenstock für die „weltbeste“ Geschäftsstellen-Leitung, Frau Simone Helbig, machte sie dann auch einen aktiven Schritt in der Mitgliederwerbung und fragte unverblümt den überraschten Herrn Dr. Kramer, ob er nach etlichen Gastbesuchen nun doch Mitglied werden wolle. Das Antragsformular war auch zur Stelle und nach kurzer Zeit auch unterschrieben. Als Gast gekommen und als Fast-Mitglied gegangen – so schnell kann es gehen! (Nachtrag: Nach einer eingeräumten Frist von 14 Tagen zum Rücktritt für Herrn Dr. Kramer, die er aber nach 24h ausräumte, wurde er vom gesamten Vorstand einstimmig als neues Mitglied aufgenommen!)

Dann kam auch schon die Hauptspeise: rosa gebratene Kalbslende oder feiner Wolfbarsch. Beide Gerichte waren hervorragend zubereitet – was sich an den leeren Tellern und den zufriedenen Gesichtern widerspiegelte.

Unser Ersatzmitglied Rolf Bühler, Vertreter des Firmenmitglieds Greater Zurich Area AG, betrat dann die Bühne und wir lernten aus seinem launigen Vortrag vieles über das Innenleben eines Ersatzmitgliedes des Vorstandes, unter anderem, wie er Ersatzmitglied wurde: Unser früherer Vorstandsvorsitzender Jürgen Schneider hat ihn nach 2-3 Bier einfach dazu „überzeugt“. Auch sein kleiner Exkurs zur Bedeutung des Begriffs „Ersatz“ erheiterte die Anwesenden sehr, denn er gipfelte im Fazit, dass ein Ersatzmitglied ein „ungenütztes, personifiziertes Ersatzteillager mit sehr viel Zeit“ sei.

Die Stimmung war nach diesen persönlichen und mitreißenden Ansprachen natürlich bestens und es entwickelten sich wieder viele gute Gespräche zwischen den Mitgliedern und den Gästen, die auch durch das Dreierlei der gereichten Nachspeisen – und dem zwischenzeitlich eingesetzten Dauerregen – nicht unterbrochen wurden.

22. Juni 2017 – Vortrag von Chefvolkswirt David Kohl

Der Vortrag von David Kohl, Chefvolkswirt Deutschland der Bank Julius Bär, mit dem Titel „150 Tage Trump – Welche Konsequenzen ergeben sich aus den zunehmenden politischen Risiken für den Wirtschaftsausblick und die Finanzmärkte?“ hat trotz des hochsommerlichen Wetters viele Mitglieder und Gäste in Münchens Traditionsgaststätte, das Hofbräuhaus, gelockt. In dem angenehmen temperierten Erkerzimmer im zweiten Obergeschoss des Hofbräuhauses, fern ab vom sonst dort herrschenden Trubel, wurden wir herzlich von Simone Helbig und unserem Vorstand und Initiator des Vortrags, Stefan Hansen, begrüßt. Nach einem erfrischenden Apéro ging es auch schon los. Zunächst stellte sich David Kohl, der seit 2003 Chefvolkswirt bei Julius Bär ist, vor und stieg in seinen Vortrag gleich mit der Frage ein, warum denn Trump überhaupt von den Amerikanern gewählt wurde. Seiner Überzeugung nach spiegelt die Wahl Trumps durch das amerikanische Volk nicht den Zeitgeist wider, sondern erfolgte aus ökonomischen Gründen. Die Ungleichheit zwischen den Volkswirtschaften und den Generationen bewegte wohl die Amerikaner zu dieser Wahlentscheidung. David Kohl zog auch den Vergleich zum Brexit. Dieser war nach seinen Worten auch ein Votum gegen die Ungleichheiten bei den Einkommen und zwischen den Generationen. Nach der Analyse des Volkswirts führen gerade diese Ungleichheit und die hohe Rigidität zu dem auch in Europa aufkeimenden Populismus.

Mit einigen Schaubildern verdeutlichte David Kohl seinen Zuhörern, dass sich die Angst vor einem Einbruch des Welthandels wegen des Protektionismus und der höheren Politikunsicherheit in den USA als unbegründet herausgestellt hat. Die Bedeutung der Politik in den USA auf den Welthandel ist geringer als befürchtet. Vielmehr überdeckt die herrschende Konjunkturdynamik die Politikunsicherheit und beflügelt die Aktienmärkte. Die Wirtschaft und nicht die Politik von Trump ist in den USA der maßgebliche Treiber für die Reflation und damit für die Finanzmärkte. Nach Ansicht von David Kohl sind gerade die von Trump propagierten Einschränkungen des Freihandels und der Immigration Inflationstreiber, denn der US-Arbeitsmarkt stößt mittlerweile an seine Kapazitätsgrenzen und aufgrund des zunehmenden Lohndrucks planen die Unternehmen Preiserhöhungen.

Zum Schluss seines Vortrags gab David Kohl noch einen kurzen Ausblick auf die europäische Geldpolitik der EZB und den zunehmenden Populismus. Nach seiner Ansicht stellt die Wahl in Italien im nächsten Jahr ein beträchtliches Risiko für den Euro und den Finanzmarkt dar. Bis dahin wird aber wohl Ruhe herrschen.

Sein Fazit aus 150 Tagen Trump zog David Kohl mit den Worten: „Die Konjunktur übertüncht alles“. Die Enttäuschung über die bisherige Politik von Trump hat zwar den Dollar belastet. Ansonsten ist die Bedeutung von Trumps Politik auf die Kapitalmärkte sehr gering. Die gute globale Konjunkturdynamik spielt die Hauptrolle. Die Inflation kehrt zurück und verdrängt die Ängste der letzten Jahre vor der Deflation. Einen gelungenen Abschluss fand der Vortrag mit einer regen Fragerunde des interessierten Publikums.

25. – 28. Mai 2017: Reise Westschweiz 2017

Reiseangebote gibt es viele. Aber wo gibt es gleich nach dem Einsteigen in den Reisebus Sekt und Butterbrez‘n und süße Teilchen. Natürlich nur bei Reisen mit dem SDWM! Unser Mitglied Ruth Diggelmann sorgte als Sponsorin mit dieser netten Geste für gute Stimmung gleich zu Beginn der Clubreise in die Westschweiz.

Mittags erwartete uns im Gasthaus Sternen in Flaach SDWM-Vorstand Rolf Bühler zum opulenten Spargelessen. Der schmackhafte regionale Wein – gestiftet von der Greater Zurich Area AG –  tat ein Übriges, dass wir uns nur schwer aus der fröhlichen Gesellschaft im kühlen Wirtsgarten verabschieden konnten. Danke Rolf Bühler!

Weiter ging es an Bern vorbei durch das landschaftlich sehr reizvolle schweizerische Mittelland mit Blick auf die Alpenkette zu unserem Ziel am Genfer See, wo wir im Hotel Le Baron Tavernier unsere Zimmer mit herrlichem Ausblick auf See und schneebedeckte Gipfel bezogen.

Das Olympische Museum in Lausanne war erster Anlaufpunkt am nächsten Tag. Eingebettet in eine schön angelegte Parkanlage am Seeufer wird hier der auf Pierre de Coubertin zurückgehende olympische Gedanke repräsentativ gewürdigt. IOC-Präsident Dr. Thomas Bach begrüßte Monika Oberndorfer, unsere Club-Präsidentin, mit ihren Reisebegleitern vom SDW München persönlich sehr herzlich per Videobotschaft. Dank neuester Computertechnik, audiovisueller Medien und interaktiver Aktionen konnten wir die Olympiade hautnah erleben, mit den Athleten fühlen und die Geschichte der Spiele von der Antike bis in die Neuzeit verfolgen.

Gestärkt mit einem “olympischen” Riesensandwich ging es zum nächsten Highlight des Tages nach Genf zur Besichtigung des CERN. Ein netter älterer Herr Freudenreich führte uns ein in die Geheimnisse eines der größten und renommiertesten Zentren der Welt für physikalische Grundlagenforschung. Forscher suchen hier nach den fundamentalen Gesetzen des Universums und nutzen dafür die weltweit größten und komplexesten Geräte um Elementarteilchen, die kleinsten Bestandteile der Materie, zu erforschen. Aktuell wird an der Neutralisierung der atomaren Abfälle geforscht.

Zum Tagesabschluss mussten wir uns das leckere Käsefondue in La Tour de Gourze hoch über dem Genfer See mit einer kleinen Bergwanderung verdienen, da der Bus den schmalen, steilen Anstieg nicht bewältigen konnte. Aber die Aussicht und der Käse waren die Anstrengung wert!

Am Samstag stand das Vallée de Joux, das berühmte Tal der Uhren im Schweizer Jura und Heimat vieler traditionsreicher Uhrenmanufakturen, auf dem Reiseprogramm. Im Uhrenmuseum Espace Horloger lernten wir unter sachkundiger Führung von Frau Sonja Pousset viel über die Geschichte der Uhrenherstellung im Jura und die Sonderausstellung James Bond und seine Uhren kennen.

Weiter ging’s zum Weingut Le Domaine d’Aucret in Cully. Hier am Ufer des Genfer Sees, gab es Genuss pur: herrliche Aussicht, Weindegustation vom Feinsten und ein mehrgängiges regionales Mittagessen. Mit der Zahl der verkosteten Weine stieg die Stimmung abermals.

Letzter Programmpunkt des erlebnisreichen Tages war Lausanne mit Zeit zur Stadtbesichtigung und Abendessen im Café de la Poste in Lutry, wo das bekannte Eglifilet sehr fein serviert wurde.

Nach einem reichhaltigen Frühstück machten wir uns am Sonntag leider schon wieder auf die Heimreise mit Zwischenstopp im Restaurant Mole 3 am Seglerhafen in Lindau.

Expräsident Jürgen Schneider dankte vor der Ankunft in München besonders Monika Oberndorfer für ihre professionelle und umsichtige Reiseplanung und Durchführung:

„Monika Oberndorfer hat uns eine neue Seite von sich gezeigt –  die der perfekten Reiseleiterin”. Großes Lob gab es auch für die organisatorische Unterstützung von Simone Helbig und für die Fahrkünste unseres Alpenjäger Busfahrers Andy, der alle schwierigen Verkehrssituationen glänzend und sicher gemeistert hat.

Wir freuen uns schon auf ein nächstes Mal und werden sicherlich auch privat bald wieder die Region um den Genfer See besuchen.

Thomas Ruhnke

Monika Oberndorfer

 

10. Mai 2017, 8 Uhr in der Früh, 2 Grad Außentemperatur…. Besuch der Großmarkthalle Münchens

20 unverzagte SDW Mitglieder sind der Einladung zur Führung durch die Großmarkthallen gefolgt, und versammelten sich in den wärmenden Sonnenstrahlen am Westtor an der Thalkirchner Straße. Eine ausgebuchte Führung – trotz früher Stunde!

Unsere Führerin, Frau Lenka Kargol, gab uns zuerst einen kurzen Überblick über die Fakten des Marktes:

– drittgrößter kommunaler Markt für Lebensmittel und Blumen in Europa, hinter Paris und Barcelona, und internationaler Treffpunkt der Obst- und Gemüsebranche.

– 310.000 Quadratmeter mit sechs voll unterkellerten Verkaufshallen, die Gärtnerhalle, den Blumengroßmarkt, weiteren Umschlag-, Lager- und Kühlhallen, sowie zwei Kontorhäusern. Dazu kommt noch der Münchner Schlachthof in der Nachbarschaft in Sendling.

– Zum Großmarkt gehören übrigens auch der Viktualienmarkt, die Märkte auf dem Elisabeth und dem Wiener Platz, sowie jener in Pasing.

– Insgesamt generieren auf dem Großmarkt knapp 400 Unternehmen mit über 3000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von geschätzten ca. 1,5 Milliarden Euro. Sie versorgen täglich eine Region mit etwa fünf Millionen Menschen und vermitteln Waren in das gesamte europäische Ausland.

Dann ging‘s los: „Zusammen bleiben und nichts anfassen!“, so lautete die Sicherheits-Instruktion beim Betreten des Geländes. Wuselnde Gabelstapler und Lastwagen sind allgegenwärtig auf dem Markt und sie haben grundsätzlich Vorfahrt. Unsere Besuchergruppe ist den die z.T. schwer beladenen Fahrzeugen also meist nur im Weg.

Als erstes ging‘s in die Gärtnerhalle. Hier bieten 65 lokale Erzeugerbetriebe Gemüse und Pilze an – das meiste aus der Region München. Natürlich ist die Halle um diese Zeit schon recht ruhig und ziemlich leer – das Geschäft mit dem empfindlichen Frischgemüse hat schließlich schon um 3 Uhr in der Früh begonnen. Heiteres Gemüseraten und Anekdoten, zum Beispiel über die Grand Dame des Großmarkts, Frau Reitmeier, lockerten den Gang durch die Halle auf.

Die Halle 1, die als einzige nach dem Krieg wieder im Originaldesign aufgebaut wurde – so wie die Urhallen von 1912, als der Markt eröffnet wurde, beherbergt unter anderem die „Exoten“-händler. Und hier findet man tatsächlich Früchte, die wir noch nicht kannten.

Was nicht verkauft wird am Markt, oder Früchte und Gemüse die nicht mehr so „hübsch“ sind, gehen an die Münchner Tafel. Das sind immerhin ca. 100 Tonnen, die den ca. 18‘000 Bedürftigen in München zu Gute kommen. Auch der Zoo Hellabrunn ist ein guter Kunde für Gemüse, das den Menschen nicht mehr zugemutet werden kann.

Ein kleiner Wermutstropfen nach der sehr interessanten Führung blieb, denn auf dem ganzen Großmarkt München gibt es kein einziges Schweizer Produkt zu kaufen – die Hürden des Zolls sind für landwirtschaftliche Erzeugnisse aus einem Nicht-EU Land einfach zu hoch.

… und da wir dort als Privatpersonen nichts kaufen durften und langsam doch der Hunger kam, hatte unsere Vorstandsvorsitzende Frau Monika Oberndorfer DIE Idee: Die Einladung zu einem Weißwurstfrühstück in die Gaststätte Großmarkthalle, für alle, die noch Lust und Zeit hatten.

In jeglicher Hinsicht: ein morgendlicher kulinarischer Hochgenuss für alle Sinne!

 

Thomas Berger

Monika Oberndorfer

SDWM „Abschied vom Nockherberg“ am 29. März 2017

„Und sag zum Abschied leise Servus“

40 Mitglieder und Gäste folgten der Einladung unseres Clubvorstandes und fanden am 29. März 2017 den Weg hinauf auf den Nockherberg, um Abschied zu nehmen von unserem Versammlungsort.

Von links: Monika Oberndorfer, Vorsitzende SDWM. Peter Pongratz, Hausherr Paulaner am Nockherberg. Markus Thür, Schweizerischer Generalkonsul.

 

Seit 2003, nach dem Wiederaufbau des Wirtshauses, der durch einen verheerenden Brand im Jahr 1999 erforderlich geworden war, bot der „Paulaner am Nockherberg“ unserem Club eine stetige Heimat.

Da unser Abschiedsabend mitten in die Starkbierzeit fiel, nutzten viele der Anwesenden die Gelegenheit, einen frisch gezapften „Salvator“ zum Apéro zu genießen. Dass dieses seit Jahrhunderten gebraute Bier einen Alkoholgehalt von nahezu 7,5 % hat, erfuhren die Trinkenden erst im Laufe des Abends….

Peter Pongratz, der über die Landesgrenzen hinaus bekannte Hausherr des Nockherbergs, ließ es sich nicht nehmen, uns höchst persönlich eine Kurzchronik des Hauses auf sehr amüsante Art und Weise vorzulesen. Hier die markantesten Daten:

  • 1627: Die sogenannten Paulaner wurden von Kurfürst Maximilian I. in das »Kloster Neudeck ob der Au« berufen.
  • 1634: Spätestens in diesem Jahr begannen die Paulaner Mönche mit dem Bierbrauen.
  • 1751: Ein kurfürstliches Mandat erlaubte endlich ausdrücklich den öffentlichen Bierausschank am Festtag des Ordensgründers des hl. Franz von Paula, am 2. April.
  • 1799: Das Kloster wurde am 23. Juli 1799 aufgelöst.
  • 1806: Der Braumeister Franz Xaver Zacherl übernahm vorerst pachtweise das Klosterbrauhaus. Sieben Jahre später kaufte er das gesamte Areal. Er setzte die Tradition des »Heilig-Vater-Bier-Ausschankes« fort.
  • 1944: Vollständige Zerstörung durch einen Bombenangriff.
  • 1944-1950: Wiederaufbau des Salvatorkellers.
  • 1950: Die erste Salvatorprobe nach dem Zweiten Weltkrieg fand am 10. Februar 1950 statt.
  • 1994: Umbenennung des »Salvator-Kellers« in »Paulaner-Keller« durch die Paulaner Brauerei.
  • 1999: In der Nacht zum 28. November wurden die Säle und die Wirtsräume des damaligen »Paulaner-Kellers« bei einem Großbrand zerstört.
  • 2003: Im März wird der neu erbaute »Paulaner am Nockherberg« eröffnet und das traditionelle Starkbierfest findet wieder für 17 Tage im »Paulaner Festsaal« statt.

Im Anschluss an die „charmant-launige“ Lesung verriet uns Peter Pongratz in einem Dialog mit der Club-Präsidentin Monika Oberndorfer – mal lässig auf einem Hocker sitzend, mal an einen Stehtisch gelehnt – und mit einem tönernen Maßkrug vor sich (ob da wirklich Starkbier drin war?) Details seines umtriebigen und für die Zuhörer spannenden Wirtelebens. Angefangen von der Schulzeit auf dem Überreiter-Gymnasium und der Hotelfachschule in Bad Reichenhall über verschiedene Stationen wie beispielsweise dem Forsthaus Wörnbrunn, der Tenne in Kitzbühel und dem Spöckmeier am Marienplatz bis hin zum Paulaner am Nockherberg. Und damit war es immer noch nicht genug, Peter Pongratz ist und bleibt auch noch Wies’n-Wirt im Winzerer Fähndl und Inhaber der Grünwalder Einkehr.

Bei der Aufzählung seiner Stationen leuchteten die Augen des Peter Pongratz und jeder im Saal war überzeugt, dass der bald Siebzigjährige noch lange nicht in den Ruhestand wechseln wird.

Bei den bekannt schmackhaften Speisen des Paulaner am Nockherberg und der nicht zuletzt aufgrund des eingangs erwähnten Alkoholgehaltes des Salvators angeregten Gespräche endete der letzte Club-Abend auf dem Nockherberg – mit viel Nostalgie und besten Erinnerungen unserer Schweizer und Deutschen Mitglieder und Freunden.

SH