Grußwort der Botschafterin

Liebe Mitglieder,

liebe Freunde des Schweizerisch-Deutschen Wirtschaftsclub e.V., München,

BERNE 17.08.2015 - Christine Schraner Burgener. © Béatrice Devènes

BERNE 17.08.2015 – Christine Schraner Burgener. © Béatrice Devènes

sehr gerne bin ich heute Ihrer Einladung zum 40-jährigen Bestehen des Münchener SDW gefolgt. Ohne eine erfolgreiche Förderung der wirtschaftlichen Beziehungen unserer beiden Länder, das Hauptziel des Vereins, wäre dieses Jubiläum gar nicht erreicht worden. Auch nicht ohne ein intensives Engagement der vielen Menschen, die den Club auf dieser langen Wegstrecke getragen haben. In dieser Zeit ist ein lebendiges, solides, bi-nationales Netzwerk an geschäftlichen und privaten Beziehungen entstanden.

Die Anziehungskraft des Clubs schlägt sich auch in einer stetig steigenden Zahl von Mitgliedern nieder. Die regelmäßigen, thematisch anspruchsvollen Club- Veranstaltungen mit namhaften Referenten und weitere Aktivitäten wie Firmenbesuche, Reisen und kulturelle Events werden gut angenommen und ziehen auch viele Gäste an, die sich oft dem Verein später auch als neue Mitglieder anschließen. Ein vitales, aktives Clubleben also, dessen Aktivitäten auch von anderen Schweizer Institutionen in München geschätzt und unterstützt werden.

Schweizer fühlen sich gut aufgehoben und repräsentiert, deutsche Unternehmer können erste Kontakte zur Schweiz aufnehmen. Es kommt zu wirtschaftlichen Impulsen und Anregungen vielfältiger Art. Mehr kann ich mir als offizielle Vertreterin der Schweiz nicht wünschen. Deshalb bin ich auch sehr zuversichtlich aus München weiterhin gute schweizerisch-deutsche Nachrichten zu erhalten und freue mich bei Gelegenheit wieder einmal vorbei zu schauen.

Mit besten Wünschen
Christine Schraner Burgener

SDW

Der Schweizerisch-Deutsche Wirtschaftsclub e. V. fördert die wirtschaftlichen Beziehungen und den Erfahrungsaustausch sowohl der Mitglieder des Vereins untereinander als auch mit anderen Vereinigungen ähnlicher Zielsetzung zwischen der Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland. Neben Vorträgen, Diskussionen und sonstigen Veranstaltungen organisiert der SDW München Kontakte zur Presse, zu Behörden und Verbänden und Vereinigungen der Wirtschaft sowohl in der Schweiz als auch in der Bundesrepublik Deutschland.

10. Mai 2017, 8 Uhr in der Früh, 2 Grad Außentemperatur…. Besuch der Großmarkthalle Münchens

20 unverzagte SDW Mitglieder sind der Einladung zur Führung durch die Großmarkthallen gefolgt, und versammelten sich in den wärmenden Sonnenstrahlen am Westtor an der Thalkirchner Straße. Eine ausgebuchte Führung – trotz früher Stunde!

Unsere Führerin, Frau Lenka Kargol, gab uns zuerst einen kurzen Überblick über die Fakten des Marktes:

– drittgrößter kommunaler Markt für Lebensmittel und Blumen in Europa, hinter Paris und Barcelona, und internationaler Treffpunkt der Obst- und Gemüsebranche.

– 310.000 Quadratmeter mit sechs voll unterkellerten Verkaufshallen, die Gärtnerhalle, den Blumengroßmarkt, weiteren Umschlag-, Lager- und Kühlhallen, sowie zwei Kontorhäusern. Dazu kommt noch der Münchner Schlachthof in der Nachbarschaft in Sendling.

– Zum Großmarkt gehören übrigens auch der Viktualienmarkt, die Märkte auf dem Elisabeth und dem Wiener Platz, sowie jener in Pasing.

– Insgesamt generieren auf dem Großmarkt knapp 400 Unternehmen mit über 3000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von geschätzten ca. 1,5 Milliarden Euro. Sie versorgen täglich eine Region mit etwa fünf Millionen Menschen und vermitteln Waren in das gesamte europäische Ausland.

Dann ging‘s los: „Zusammen bleiben und nichts anfassen!“, so lautete die Sicherheits-Instruktion beim Betreten des Geländes. Wuselnde Gabelstapler und Lastwagen sind allgegenwärtig auf dem Markt und sie haben grundsätzlich Vorfahrt. Unsere Besuchergruppe ist den die z.T. schwer beladenen Fahrzeugen also meist nur im Weg.

Als erstes ging‘s in die Gärtnerhalle. Hier bieten 65 lokale Erzeugerbetriebe Gemüse und Pilze an – das meiste aus der Region München. Natürlich ist die Halle um diese Zeit schon recht ruhig und ziemlich leer – das Geschäft mit dem empfindlichen Frischgemüse hat schließlich schon um 3 Uhr in der Früh begonnen. Heiteres Gemüseraten und Anekdoten, zum Beispiel über die Grand Dame des Großmarkts, Frau Reitmeier, lockerten den Gang durch die Halle auf.

Die Halle 1, die als einzige nach dem Krieg wieder im Originaldesign aufgebaut wurde – so wie die Urhallen von 1912, als der Markt eröffnet wurde, beherbergt unter anderem die „Exoten“-händler. Und hier findet man tatsächlich Früchte, die wir noch nicht kannten.

Was nicht verkauft wird am Markt, oder Früchte und Gemüse die nicht mehr so „hübsch“ sind, gehen an die Münchner Tafel. Das sind immerhin ca. 100 Tonnen, die den ca. 18‘000 Bedürftigen in München zu Gute kommen. Auch der Zoo Hellabrunn ist ein guter Kunde für Gemüse, das den Menschen nicht mehr zugemutet werden kann.

Ein kleiner Wermutstropfen nach der sehr interessanten Führung blieb, denn auf dem ganzen Großmarkt München gibt es kein einziges Schweizer Produkt zu kaufen – die Hürden des Zolls sind für landwirtschaftliche Erzeugnisse aus einem Nicht-EU Land einfach zu hoch.

… und da wir dort als Privatpersonen nichts kaufen durften und langsam doch der Hunger kam, hatte unsere Vorstandsvorsitzende Frau Monika Oberndorfer DIE Idee: Die Einladung zu einem Weißwurstfrühstück in die Gaststätte Großmarkthalle, für alle, die noch Lust und Zeit hatten.

In jeglicher Hinsicht: ein morgendlicher kulinarischer Hochgenuss für alle Sinne!

 

Thomas Berger

Monika Oberndorfer

SDWM „Abschied vom Nockherberg“ am 29. März 2017

„Und sag zum Abschied leise Servus“

40 Mitglieder und Gäste folgten der Einladung unseres Clubvorstandes und fanden am 29. März 2017 den Weg hinauf auf den Nockherberg, um Abschied zu nehmen von unserem Versammlungsort.

Von links: Monika Oberndorfer, Vorsitzende SDWM. Peter Pongratz, Hausherr Paulaner am Nockherberg. Markus Thür, Schweizerischer Generalkonsul.

 

Seit 2003, nach dem Wiederaufbau des Wirtshauses, der durch einen verheerenden Brand im Jahr 1999 erforderlich geworden war, bot der „Paulaner am Nockherberg“ unserem Club eine stetige Heimat.

Da unser Abschiedsabend mitten in die Starkbierzeit fiel, nutzten viele der Anwesenden die Gelegenheit, einen frisch gezapften „Salvator“ zum Apéro zu genießen. Dass dieses seit Jahrhunderten gebraute Bier einen Alkoholgehalt von nahezu 7,5 % hat, erfuhren die Trinkenden erst im Laufe des Abends….

Peter Pongratz, der über die Landesgrenzen hinaus bekannte Hausherr des Nockherbergs, ließ es sich nicht nehmen, uns höchst persönlich eine Kurzchronik des Hauses auf sehr amüsante Art und Weise vorzulesen. Hier die markantesten Daten:

  • 1627: Die sogenannten Paulaner wurden von Kurfürst Maximilian I. in das »Kloster Neudeck ob der Au« berufen.
  • 1634: Spätestens in diesem Jahr begannen die Paulaner Mönche mit dem Bierbrauen.
  • 1751: Ein kurfürstliches Mandat erlaubte endlich ausdrücklich den öffentlichen Bierausschank am Festtag des Ordensgründers des hl. Franz von Paula, am 2. April.
  • 1799: Das Kloster wurde am 23. Juli 1799 aufgelöst.
  • 1806: Der Braumeister Franz Xaver Zacherl übernahm vorerst pachtweise das Klosterbrauhaus. Sieben Jahre später kaufte er das gesamte Areal. Er setzte die Tradition des »Heilig-Vater-Bier-Ausschankes« fort.
  • 1944: Vollständige Zerstörung durch einen Bombenangriff.
  • 1944-1950: Wiederaufbau des Salvatorkellers.
  • 1950: Die erste Salvatorprobe nach dem Zweiten Weltkrieg fand am 10. Februar 1950 statt.
  • 1994: Umbenennung des »Salvator-Kellers« in »Paulaner-Keller« durch die Paulaner Brauerei.
  • 1999: In der Nacht zum 28. November wurden die Säle und die Wirtsräume des damaligen »Paulaner-Kellers« bei einem Großbrand zerstört.
  • 2003: Im März wird der neu erbaute »Paulaner am Nockherberg« eröffnet und das traditionelle Starkbierfest findet wieder für 17 Tage im »Paulaner Festsaal« statt.

Im Anschluss an die „charmant-launige“ Lesung verriet uns Peter Pongratz in einem Dialog mit der Club-Präsidentin Monika Oberndorfer – mal lässig auf einem Hocker sitzend, mal an einen Stehtisch gelehnt – und mit einem tönernen Maßkrug vor sich (ob da wirklich Starkbier drin war?) Details seines umtriebigen und für die Zuhörer spannenden Wirtelebens. Angefangen von der Schulzeit auf dem Überreiter-Gymnasium und der Hotelfachschule in Bad Reichenhall über verschiedene Stationen wie beispielsweise dem Forsthaus Wörnbrunn, der Tenne in Kitzbühel und dem Spöckmeier am Marienplatz bis hin zum Paulaner am Nockherberg. Und damit war es immer noch nicht genug, Peter Pongratz ist und bleibt auch noch Wies’n-Wirt im Winzerer Fähndl und Inhaber der Grünwalder Einkehr.

Bei der Aufzählung seiner Stationen leuchteten die Augen des Peter Pongratz und jeder im Saal war überzeugt, dass der bald Siebzigjährige noch lange nicht in den Ruhestand wechseln wird.

Bei den bekannt schmackhaften Speisen des Paulaner am Nockherberg und der nicht zuletzt aufgrund des eingangs erwähnten Alkoholgehaltes des Salvators angeregten Gespräche endete der letzte Club-Abend auf dem Nockherberg – mit viel Nostalgie und besten Erinnerungen unserer Schweizer und Deutschen Mitglieder und Freunden.

SH

Künftige Veranstaltungen

25. – 28. Mai 2017
Reise in die Schweiz

22. Juni 2017
Vortrag von David Kohl, Chef-Volkswirt bei der Bank Julius Bär, Frankfurt zum Thema: “150 Tage Trump – Welche Konsequenzen ergeben sich aus den zunehmenden politischen Risiken für den Wirtschaftsausblick und die Finanzmärkte?“

12. Juli 2017
Mitgliederversammlung und Sommerfest im Restaurant “Michaeligarten”

18. Oktober 2017

Max Felchlin AG, Schweiz und Clement Chococult: Schokoladen-Fachvortrag

Anschließend Pralinenherstellung und “deftige” Verkostung in Bernried am Starnberger See.

16. November 2017

“Vergleich des Strafrechts der Schweiz und Deutschland mit ausgewählten Praxisbeispielen”

Vortrag von Staatsanwalt Martin Bärlocher aus Zürich

 

Aschermittwochs-Fischessen 2017 im Restaurant „Pescheria“

Dieses Jahr führte der Weg zum traditionellen Aschermittwochs-Fischessen des SDWM in die Fraunhoferstraße 13, ins Restaurant „Pescheria“, welches seit 2012 mit dem Anspruch „Das Mittelmeer nach München holen“ südländische Fischgerichte und eine schöne Auswahl an internationalen Weinen anbietet.

Steigt man die zwei Stufen ins Lokal hinauf, fällt einem als erstes die große Vitrine auf, in welcher auf Eis das liegt, was später dann auf den Teller kommt: frischer Fisch und Meeresfrüchte aus dem Mittelmeer. An dieser Auslage mussten die zahlreichen SDWM Mitglieder und Gäste vorbei, die der Einladung dieses Jahr gefolgt waren. Für alle Fischliebhaber natürlich eine herrliche Einstimmung auf den Abend.

Bei einem kühlen Glas Crémant de Loire und vielen guten Gesprächen füllte sich der hintere Teil des Restaurants schnell und mit dem Aufruf „Lassen Sie den Fisch schwimmen!“ krönte unsere Vorstandvorsitzende Monika Oberdorfer ihre kurze Begrüßungsansprache.

So konnte die Hummerbisque mit Scampi im Speckmantel das Menü eröffnen, gefolgt von einem feinen Schwertfischcarpaccio mit Artischockensalat und Granatapfel.

Die beiden Schiefertafeln an den Wänden – statt Menükarten auf dem Tisch – verhießen mit der Hauptspeise Seeteufel in Safransud und Cime di Rapa einen besonderen Gaumenschmaus – und die Gäste wurden sicher nicht enttäuscht, der Fisch war hervorragend.

Wie immer bei den Clubtreffen war die Stimmung gelöst und die Gespräche an den Tischen angeregt und heiter. So konnten sich die Gäste ein Bild über unseren Wirtschafts-Club machen. Es wurden ebenso Fachgespräche mit dem Schweizer Generalkonsul Markus Thür und Herrn Konsul Frank Nohl geführt als auch Small Talk u.a. unter Juristen und Bankern, Geschäftsführern a.D. und Start-up Unternehmern, Medizinern und Mitgliedern gar anderer Institutionen – beim Netzwerken kennen wir keine Grenzen….

Gestärkt mit einer süßen Orangentarte mit Mandelkrokant und einem Espresso ging wieder ein geselliger Abend zu Ende – mit bestimmt ein paar Inspirationen für das nächste Treffen.

Thomas Berger

 

12. Januar 2017: Vorstellung neuer Mitglieder

Am 12.01.2017 fanden sich mehrheitlich die Mitglieder des SDWM zur jährlichen Vorstellungsrunde der neuen Mitglieder im Kaminzimmer des Paulaner am Nockherberg ein. Nicht alle der über zehn neuen Mitglieder konnten anwesend sein, aber 5 spannende Persönlichkeiten haben sich vorgestellt.

Dank Herrn Peter Jakob konnten wir 2016 eine tolle Führung inkl. Vortrag des Redaktionsleiters Herrn Max Stocker, B5 aktuell, im Bayerischen Rundfunk erleben… und da wir wohl einen guten Eindruck hinterlassen haben, entschied sich Herr Jakob nach ein paar Gastbesuchen für eine Mitgliedschaft im SDWM – ist doch der Bezug zur Schweiz eindeutig gegeben: Er kommt aus der “fränkischen” Schweiz, vermarktet aber jetzt als Verkaufsdirektor der BR-Media auch die Geschäfte mit der Schweiz. Wer hätte gedacht, dass Herr Jakob zuvor nicht nur im Rundfunkbereich tätig war, sondern auch beim Marktführer für Schulterpolster in Nordbayern und von dort die weite Welt eroberte? 3 Kinder, Fan des FC Bayern München, aufgeschlossen für Neues – so bietet er den Clubmitgliedern an: “Nutzen Sie mich!” – ich bin mir sicher, der ein oder andere wird gerne darauf zurückkommen!

Schon seit einigen Jahren war Christoph Möslein als Vertreter der Kanzlei Peters, Schönberger und Partner im Club bekannt. Doch Christoph Möslein wechselte seinen Arbeitgeber und ist nun als Steuerberater, naja, eigentlich für zwei Arbeitgeber tätig: selbständig in seiner eigenen Kanzlei im Landkreis Rosenheim, und als Partner bei der PULSAR Tax GmbH Steuerberatungsgesellschaft in München. Christoph Möslein, verheiratet und Papa von 3 erwachsenen Kindern, genießt es, nun sein eigener Herr zu sein und sich somit ausschließlich seinen Spezialthemen Internationales Steuerrecht, Tax Compliance und mit Vorliebe dem Zusammenwachsen der digitalen Welt und der Steuer-Welt zu widmen.

Ursula Rothenbühler ist gebürtige Luzernerin, aber letztlich in Zürich sesshaft geworden. In der Genossenschaft MIGROS Zürich war Ursula Rothenbühler über 30 Jahre lang im Marketing, Kommunikation und rund 15 Jahre noch für den Konsumentendienst als Chefin tätig. Die Migros hat auch ihre Fühler nach München ausgestreckt und ist am Thai-Take-Away KAIMUC beteiligt und betreibt die Fitness Studios ELEMENTS. Ursula Rothenbühlers Liebe zu München ist aber nicht nur der MIGROS zu verdanken, sondern auch seit über 25 Jahren ihrem Lebensgefährten Hans-Georg. Golfen, Berge und die Musik – da sind die beiden in ihrer Freizeit zu Hause.

“Da klingt wieder was in mir” – so verspürte Frau Dr. Barbara Schweyer die Nachricht Ihres Mannes, Dr. Stefan Schweyer, über die Existenz des Schweizerisch-Deutschen Wirtschaftsclub e.V., München. 1971 begann Frau Dr. Schweyer ihr Studium an der HSG St. Gallen zum Oekonomie – Lizenziat mit dem Schwerpunkt Recht. Das “Schwizerdütsch” erlernte sie sowohl in St. Gallen als auch bei der Kreditanstalt im Praktikum in Zürich: Züri-Dütsch und St. Galler Dütsch par excellence. Ihre Dissertation über eine Frage der Schiedsgerichtsbarkeit im Patentrecht in mehreren europäischen Ländern führte an der Hochschule St. Gallen zum Dr. oec. Die Liebe gab dann den Ausschlag, in München sesshaft zu werden – und wie sollte es anders sein: genau, 3 erwachsene Kinder!

Passend zu den Feierlichkeiten des 40-Jährigen Clubjubiläums im Juli 2016 war nicht nur Frau Botschafterin Christine Schraner-Burgener vor Ort, sondern es begann auch die Ära des neuen Generalkonsuls Markus Thür in München. Seit 1992 ist Generalkonsul Markus Thür im Departement für Auswärtige Angelegenheiten tätig. Auf seiner Ausbildungsmission in Sao Paulo lernte er seine Gattin Jucara kennen und die beiden Kinder erblickten dann in Frankreich und Costa Rica das Licht der Welt. USA und der Senegal waren weitere Stationen, bevor Generalkonsul Markus Thür 8 Jahre Diplomatie von Bern aus betrieb und wir freuen uns sehr, dass wir mit ihm einen tatkräftigen und wirtschaftlich sehr interessierten “Postenchef” in München haben und dank seines Amtes einen motivierten Vorstandskollegen im Schweizerisch-Deutschen Wirtschaftsclub e.V., München.

… und schon während des Abends wurde der nächste Firmenantrag abgegeben – wir freuen uns über viele weitere spannende Kontakte.

Monika Oberndorfer

7. Dezember 2016: Weihnachtsfeier

„Hallo Leute, ist denn schon Weihnachten“ war man versucht zu fragen. Es war doch noch gar nicht lange her, da hatten wir unter belaubten Kastanienbäumen im Gutshof Menterschwaige unser 40-jähriges Club-Jubiläum gefeiert. Aber Glühwein und gebratene Maroni auf der Terrasse des Lokals Schlosshotel Grünwald zum Empfang der mehr als 50 Mitglieder und Gäste ließen alle Zweifel umgehend verfliegen. So kam auch bei den letzten unmittelbar aus den Büros herbei geeilten Mitgliedern und Gästen vorweihnachtliche Stimmung auf.
Innerlich gewärmt und äußerlich ein wenig fröstelnd freuten wir uns dann auf eine gemütliche Atmosphäre im „Rittersaal“ des italienischen Ristorante. An den kleinen und großen Tischen kamen durch den Glühwein begünstigt umgehend angeregte Gespräche auf. Auch der Schweizer Generalkonsul Markus Thür mit seiner charmanten Gattin Jucara Thür bereicherten den bis zum letzten Platz gefüllten Saal.
Die Begrüßung durch die Vorstandsvorsitzende Monika Oberndorfer erfolgte zwischen Minestrone / Feldsalatbouquet mit Speck und Croutons und der Hauptspeise: Entenbrust mit Orangensauce auf Selleriepüree mit gegrilltem Endiviensalat / Steinbuttfilet mit Pfifferlingen. Beim anschließenden Rückblick von Monika Oberndorfer auf das Programm des sich dem Ende zuneigenden Jahres – nochmals mit ausdrücklichem Dank an das vorangegangene Vorstandsteam unter Jürgen Schneider – merkte manch einer, dass er viele spannende Themen an den Clubabenden erlebt – oder auch verpasst – hat.
Ein, wenn nicht sogar DER Höhepunkt war der Besuch des Nikolaus. Dieser hatte sich offensichtlich sehr gut auf seine Lesung aus dem Buch der guten und „auffallenden“ Taten des neu zusammengesetzten Vorstands vorbereitet: die eine oder andere mit einem Augenzwinkern verbundene Intimität aus der Vorstandsrunde zeugte von Insiderkenntnissen und einer guten Verbindung in die Geschäftsstelle des Clubs. Zur Belohnung aller hatte der Nikolaus einen Sack voller Geschenke dabei: jeweils eine „Lounge Carafe“ der Glashütte Eisch.
Nach einem sehr „gehaltvollen“ Dessert, einem Schokoladen-Eistrüffel mit Baileys, und dem einen oder anderen Glas Wein traten die Gäste nach und nach ihren Heimweg an. Ob mit einem geschätzten Clubkameraden im Auto oder in geselliger Gruppe mit der Tram wurde mit schönen Erinnerungen an den Abend zurück gen München geruckelt.
„Ihr Lieben“, das Jahr geht nun definitiv zu Ende, aber zum Glück kommt ja gleich ein neues und bereits am 12. Januar 2017 haben alle Gelegenheit, die neuen Mitglieder bei ihrer Vorstellung zu erleben und gleichzeitig langsam Abschied zu nehmen vom liebgewonnenen Paulaner am Nockherberg, doch das ist eine andere Geschichte….

Stefan Hansen

17. November 2016: Vortrag Stefan Huber zum Thema “Erfahrungen eines Schweizers bei der Firmengründung in Deutschland”

Am 17. November 2016 folgten rund 30 Mitglieder und Gäste der Einladung des Schweizerisch-Deutschen Wirtschaftsclub in den Franziskaner an der Oper zum Vortrag von Stefan Huber, der mit dem Thema „Erfahrungen eines Schweizers bei der Firmengründung in Deutschland“ angekündigt wurde. Stefan Huber hat diesem Bereich allerdings nur einen kleinen Teil seiner Präsentation gewidmet, denn das was er mit seiner Firma „how2“ auf die Beine stellt, ist weit interessanter, als eine reine Gründerstory.

Stefan Huber war nach seinem Studienabbruch Radio-Moderator und Journalist bei einem kleinen Lokalradio in der Schweiz mit Ambitionen bei den Großen mitzuspielen. Radio 24, der unangefochtenen Leader in der Lokalradioszene, oder das Schweizer Fernsehen war das große Ziel.
Beide wollten den talentierten jungen Thurgauer nicht. Beim Radio nicht, weil bereits ein Moderator den Thurgauer Dialekt sprach, und beim Fernsehen nicht, weil er kein abgeschlossenes Studium vorweisen konnte. Das motivierte Herrn Huber umso mehr, sein Können zu beweisen.
Die Schweiz wurde ihm zu eng und so zog er vor rund 10 Jahren nach München, um als Video-Journalist bei ProSieben zu arbeiten. Hier kam zusammen mit einem Mitstreiter die zündende Idee für die Selbständigkeit: Der Aufbau einer Plattform, auf der Video-Content, der im damals aufstrebenden Internet für die Verlage und Medienhäuser immer wichtiger wurde, präsentiert, getauscht und vermarktet werden konnte. Ein Angebot, das gerne angenommen wurde, insbesondere von namhaften Verlagshäusern in Deutschland. Der Markt wuchs und gedieh und die Firma von Herrn Huber ebenfalls. Die Hoffnung der beiden Gründer auf einen Verkauf ihrer Firma an ein großes Medienunternehmen wurden genährt und bereits das schöne Leben als Jungmillionäre geplant. Das war 2007. Die hereinbrechende Finanz- und Wirtschaftskrise machte einen dicken Strich durch diese Rechnung. Das Business der jungen Firma brach ein, die Übernahmeverhandlungen wurden gestoppt und die Mitarbeiter mussten entlassen werden – alles zurück auf Start.

Die Geschäftsidee war aber damit nicht gestorben, und mit der neu gegründeten Firma „how2 AG“ produziert Stefan Huber seitdem sehr erfolgreich und mit stetig wachsender Mitarbeiterzahl Videocontent, d.h. Werbespots, Imagefilme, animierte Filme, Video-Benutzerhandbücher etc. im 2D, 3D oder Mischformat – aber auch noch in Realfilm Produktionen, die dann im TV, auf YouTube und anderen Streaming- und Video-Plattformen „gesendet“ werden. Content-Marketing ist folglich Unternehmens-, Marken- und Produktkommunikation, getrieben von relevanten redaktionellen Inhalten. Marken werden zu Medien!

In seinem Vortrag zeigte Herr Huber diese neue Welt, die parallel zur altbekannten TV-Welt existiert. Dort setzen sich andere „Stars“, Blogger, oder Communities in Szene, die mit Hilfe der Video-Kommunikation ihre Fans im Internet erreichen, nicht mehr über einen Fernseher, sondern über Computer, Tablets und Smartphones – weltweit, rund um die Uhr und ohne feste Sendezeiten. In naher Zukunft werden diese Inhalte ihr wachsendes Publikum auch mittels Mixed Reality- und Virtual-Reality-Brillen erreichen und damit den Informationsmarkt und die sozialen Medien erobern – eine schöne neue Welt mit vielen sinnvollen Möglichkeiten, aber für viele von uns sicherlich auch eine beängstigende Zukunft… das zeigten jedenfalls die angeregten Gespräche danach bei Speis und Trank.

Die Präsentation von Herrn Stefan Huber, Gründer von „how2“, ist für Mitglieder im Mitgliederbereich mit spannenden Links zum besseren Verständnis einsehbar.

Thomas Berger u. Monika Oberndorfer

20. Oktober 2016: Besichtigung des Bayerischen Rundfunks

Mit großem Interesse wurde von unseren Mitgliedern und Gästen die Möglichkeit angenommen, einen Blick hinter die Kulissen des Bayerischen Rundfunks werfen zu können. Schon im Foyer der Rundfunkanstalt in der Arnulfstraße wurde über einen Bildschirm das Kommen unseres Clubs angekündigt. Herr Jakob, seines Zeichens Verkaufsdirektor von BR Media und Initiator der Besichtigung, begrüßte zunächst im kleinen Sitzungssaal im Funkhaus rund 50 Mitglieder und Gäste des SDW. Nach einer kurzen Einführung durch Herrn Jakob und der freudigen Überraschung, dass jede der zuvor eingeteilten Gruppen mehr als nur ein Sendestudio (B3 oder B5 aktuell) besichtigen können, ging es auch schon los. Die zwei jeweils 25 Mann starken Gruppen wurden von den beiden langjährigen, sehr kompetenten BR Mitarbeitern, Frau Melvina Kotios und Herrn Müller, in Empfang genommen und zunächst durch die Sendestudios bei B3 und B5 geführt.
Im B3 Studio waren gerade die B3 Moderatoren Brigitte Theile und Axel Robert Müller mit ihrem Programm „Die zwei für euren Feierabend“ auf Sendung. Nach der ersten Ernüchterung, dass Studiogäste meist nicht live im Studio sitzen, sondern aufgezeichnet aus dem Computer kommen, war das Erstaunen der Gäste über all die Technik und die Komplexität einer Radioshow groß. Frau Kotios hat mit Leib und Seele den Ablauf einer Radioshow erklärt und wusste auf die vielen interessanten Fragen der Gäste stets eine Antwort und eine lustige Anekdote zu erzählen. Besonders beeindruckend waren auch die Räume, in denen die Hörspiele des BR (ca. 4 im Jahr) mit echten Schauspielern aufwendig aufgezeichnet werden. Wir erfuhren, dass bei einem Hörspiel die Geräusche viel wichtiger sind als das gesprochene Wort. Je exakter die nachgemachten Geräusche der Realität entsprechen, desto besser kann sich der Hörer in seiner Phantasie in die Geschichte hineinversetzten. Daher gab es in diesen Studios eine Vielzahl an interessanten Utensilien, mit denen Alltagsgeräusche beachtlich genau nachgemacht werden können. So erfuhren die Gäste in einem Selbsttest, dass das Wassergeräusch in einer Küchenspüle anders klingt als im Bad, konnten selbst Schneeschritte mittels eines Kiesbettes erzeugen, welches durch einen Teppich bedeckt war und lernten eine „Winderzeugungsmaschine“ (= Holzrolle und ein Stück Stoff) kennen.
Die Gruppe B5 erhielt von B5 aktuell Chef, Herrn Max Stocker Informationen zur Entstehungsgeschichte von B5-„einfach besser informiert“. Die aktuellen Aufgaben von B5, Zahlen und Fakten. Am 6.5.1991 wurde B5 ins Leben gerufen. Die Aufgabe ist ein ganztägiges Informationsprogramm über Wirtschaft, Politik, Sport, Kultur und aktuelle Ereignisse, “Nachrichten im 15-Minuten-Takt”. Zweimal in der Stunde auch Informationen zum Börsengeschehen, sowie über Wetter und Verkehr. Bei aktuellen Anlässen (z. B. Live-Berichten von Sport-Ereignissen) gibt es auch Abweichungen von diesem Schema. Für die Fülle an Informationen ist ein großer Stab an Mitarbeitern erforderlich, allein in Bayern arbeiten 60 Reporter unter anderem auch dem B5 zu. Im Hause des Bay. Rundfunks wird im 4-Schichtbetrieb gearbeitet, das ermöglicht viele Teilzeitstellen. Täglich werden an die 5.000 Meldungen überarbeitet. Hierzu braucht es Hintergründe und Zusammenhänge, Analysen und Einordnung. Ca. 820.000 Zuhörer rufen diese Informationen ab.
Auch beim Bay. Rundfunk gilt, nur in der Gemeinschaft sind wir stark und wirtschaftlich. Deutschlandweit gibt es zwischenzeitlich mehrere Informationssender, die ihre Daten in einer Datenbank abspeichern, auf die dann jeder Sender zugreifen kann. In der Zeit von 0.05 Uhr bis 6.00 Uhr sendet B5 die ARD-Infonacht.
So gerüstet mit Informationen folgte dann der Rundgang mit Herr Müller. Uns wurde ein laufender Studiobetrieb gezeigt, ein Studio für Hörspiele und das dazugehörige Equipment (einschließlich Selbstversuchen), der große Konzertsaal für ca. 400 Personen und ein Raum mit Mischpult, das 8 verschiedene Konzerte einspeichern kann und einen Wert von ca. 650.000 € hat (echte deutsche Wertarbeit). Beeindruckt folgte die Gruppe Herrn Müller, denn jeder war sich sicher, ohne ihn finden wir im Labyrinth der Gänge des Bayerischen Rundfunks den Weg zum kleinen Sitzungssaal nicht mehr.
Dort trafen sich die beiden Gruppen wieder und unsere Präsidentin, Frau Oberndorfer, bedankte sich bei den drei Herren und der reizenden Dame für die tollen Einblicke in das Geschehen des B3 und B5 und überreichte jeweils ein kleines Dankeschön. Herr Jakob bedankte sich für das Interesse, das die Clubmitglieder zeigten und beide Seiten waren sich einig, dass man gegen eine Wiederholung – gar beim Bayerischen Fernsehen – nichts einzuwenden hätte.
Anschließend ging es in das nur wenige Minuten fußläufig entfernte, gerade neu-eröffnete und somit sehr gefragte Restaurant „Box-Kitchen“. Nach dem schon traditionellen Aperitif konnten wir aus diversen kulinarischen Richtungen auswählen und erlebten durchaus perfekt gezauberte Speisen. So kam jeder auf seinen Geschmack und ein kurzweiliger Abend ging – für manchen sicherlich im Auto auf der Heimfahrt von B3 oder B5 aktuell begleitet – zu Ende.

Julia Pascher und Johann L. Walter