Der Schweizerisch-Deutsche Wirtschaftsclub e. V. fördert die wirtschaftlichen Beziehungen und den Erfahrungsaustausch sowohl der Mitglieder des Vereins untereinander als auch mit anderen Vereinigungen ähnlicher Zielsetzung zwischen der Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland. Neben Vorträgen, Diskussionen und sonstigen Veranstaltungen organisiert der SDW München Kontakte zur Presse, zu Behörden und Verbänden und Vereinigungen der Wirtschaft sowohl in der Schweiz als auch in der Bundesrepublik Deutschland.
SDW
Veranstaltungen in 2012
- 30. Juni/1. Juli 2012: Reise in die Schweiz
- 16. Juli 2012: Sommerfest/Mitgliederversammlung
- 19. September 2012: Vortrag von Frau Simone Boehringer zum Thema “Die Macht der Ratingagenturen – wie kam es dazu und was könnte sich ändern?”
- 09.10.2012: Vortrag von Frau Helen Bögle zum Thema “Ansiedlung von natürlichen und juristischen Personen in die Schweiz unter Berücksichtigung der förderalistischen Steuerpraxis”
SDW-Veranstaltung am 9. Mai 2012: Besichtigung der Firma pro aurum – ein goldrichtiger Abend.
„Am Golde hängt, zum Golde drängt doch alles.“ Auch Goethe wusste um die große Faszination des gelben Metalls. Ebenso die spanischen Konquistadoren, die auf ihren Eroberungszügen vor allem von der Gier nach Gold getrieben waren. Das glänzende Metall hat die Fantasie der Menschen seit jeher beflügelt.
Vielleicht war es diese tief in uns verwurzelte Verzauberung durch das Edelmetall, die rund 60 Mitglieder und Gäste des Schweizerisch-Deutschen Wirtschaftsclubs München zur Besichtigung des Goldhauses, so heißt die Zentrale von pro aurum, animiert hat. Das Gebäude wurde auf dem Gebiet des ehemaligen Flughafens München Riem errichtet, das heute eine Mischung aus Wohn- und Bürogebäuden beherbergt. Die Gründer Robert Hartmann und Mirko Schmidt haben auf dem Gelände ein bemerkenswertes Gebäude errichten lassen – einen Quader mit goldener Fassade, 42 mal 23 Meter lang und acht Meter hoch. „Hier geht genau die bisher weltweit geförderte Goldmenge einmal hinein“, erklärte uns SDW-Besuchern Vertriebsassistentin Franziska Vorhauser auf einem Rundgang durch das Haus, bei dem wir auch Tresorräume, das Tradingcenter und interessante Edelmetall-Schaustücke in Form von Barren und Münzen zu sehen bekamen. Nach einer herzlichen Begrüßung durch den geschäftsführenden Gesellschafter der pro aurum OHG, Mirko Schmidt, gab uns Vertriebsleiter Jürgen Birner einen analytischen Einblick in die Märkte der Edelmetalle und informierte uns eingehend über die strategischen Markteinschätzungen von pro aurum – größtes bankenunabhängiges Edelmetallhandelshaus Deutschlands. Der stellvertretende Vertriebsleiter Christoph Moser ergänzte die Ausführungen mit einer Vorstellung alternativer Anlagestrategien zu Altersvorsorge, Vermögensabsicherung, Inflationsschutz und Spekulation. Anschließend informierte der Geschäftsführer pro aurum Schweiz AG, René Buchwalder, über das Thema Zollfreilager – eine Dienstleistung die pro aurum nicht nur in der Schweiz anbietet, sondern inzwischen sogar in Hongkong. .
In der Summe bekamen wir dichtgepackte Anlageinformationen auf dem neuesten Stand, die sehr interessiert aufgenommen wurden und jede Menge Anregungen für weiterführende und vertiefende Gespräche am Büffet lieferten. Ein goldglänzender und goldrichtiger Abend, an dem wir uns sehr wohlgefühlt haben und für dessen Planung und perfekte Organisation wir uns auch beim Club-Mitglied Monica Gesierich und zahlreichen Helfern herzlich bedanken. Diese Veranstaltung wird uns allen noch lange in bester Erinnerung bleiben!
19. April: Vortrag von Manfred Hoefle zum Thema “Managerismus”
19. April: Vortrag von Manfred Hoefle zum Thema „Managerismus“
Ein auch für die Gesellschaft höchst wichtiges Wirtschaftsthema stand beim April-Clubabend des SDW München, im Paulaner am Nockherberg, auf dem Programm. Vor rund 30 Mitgliedern und Gästen referierte Manfred Hoefle über den „Managerismus“, eine Deformation des Managements mit weit reichenden Folgen. Im Wesentlichen entstanden durch eine zunehmende Auflösung von Verantwortung und Haftung, die sich hauptsächlich in großen, börsennotierten Unternehmen zeigt. Kurzfristige Profit-Orientierung, kreditfinanzierte Zukäufe zu überhöhten Preisen, permanente Umstrukturierungen, Vernachlässigung der Mitarbeiter, Verzicht auf langfristige Entwicklungen und einseitige Ausrichtung der Firmenpolitik auf die Steigerung des Shareholder-Value, all das sind Merkmale dieses Phänomens – mit langfristig negativen Auswirkungen für Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Hauptverantwortlich dafür: Manager, an Selbstüberschätzung und Egozentrismus leidend, häufig assistiert von ebenso verantwortungslosen Beratern. Hoefle machte aber auch Hoffnung und zeigte Auswege auf: Robuste Unternehmen, wie er sie nennt, und verantwortliche Unternehmensführung. In ihren Vertretern sieht Hoefle die Hoffnungsträger eines Wirtschaftssystems, das Wertschätzung von Personen und wirklich innovative und nachhaltige Wertschöpfung verkörpert. Bei diesem bedeutsamen Thema war eine angeregte Diskussion vorauszusehen. Der umfassende Eindruck des Vortrags wurde dann auch durch zahlreiche persönliche Erfahrungen der Anwesenden zum Themenkreis abgerundet. Und wäre nicht das Abendessen serviert worden, hätte die Debatte sicher noch viel länger gedauert. Der Abend bot dann aber noch ausreichend Gelegenheit in persönlichen Gesprächen weiter zu diskutieren.
Vita Manfred Hoefle:
Manfred Hoefle, Jahrgang 47, war nach dem Studium an der Hochschule St. Gallen bei Siemens in den Bereichen Organisations- und Strategieplanung, Technologietransfer, Management von Spin-offs sowie in der Beratung und Begleitung von Restrukturierungs- und Change-Projekten tätig. Er war und ist Gründungsgesellschafter von High-Tech-Unternehmen, Coach und Juror bei Business Plan-Wettbewerben und Ausgründungsprogrammen, Business Angel, Stiftungsvorstand. Initiator des Managerismus-Netzwerkes und Autor.
12. März 2012: Vortrag von Graf Dr. med. Wilhelm zu Dohna zum Thema
Ist die Schweiz für Deutsche Ausland für Anfänger? Eine Schlüsselfrage, die Wilhelm zu Dohna, Verfasser des Buchs „Kann ein Deutscher Schweizer sein?”, am Clubabend des SDW München im Paulaner am Nockherberg vor rund 40 Mitgliedern und Gästen zu beantworten versuchte. „Als Deutscher, der in die Schweiz auswandert, denkt man oft, dass man in der gleichen Kultur und in der gleichen Sprache bleibt. Das sehe ich als großen Irrtum!“, so zu Dohna. Trotz Jahrhunderte alter Verflechtungen zwischen beiden Ländern gelte für ihn: „Die Schweiz ist ein anderes Land, sie hat eine andere Kultur.“ Ein Umstand, der von vielen deutschen Auswanderern häufig nicht ausreichend beachtet werde.
Eine weitere bedeutsame These zu Dohnas für erfolgreiche Integration: der Schweizer Dialekt. „In der Schweiz wird man erst dann richtig wahrgenommen, wenn man die Sprache der Einheimischen spricht“. Dazu will zu Dohna Neuankömmlingen Mut machen, wenn das auch nicht immer ganz einfach in die Praxis umzusetzen ist. Zu Dohna meinte aber, dass jeder halbwegs sprachbegabte Mensch das schaffen könne. Die Belohnung für diese Mühen: „Wer die Mundart lernt, dem öffnen sich viele Türen und Tore und die Leute gehen viel herzlicher mit einem um.“ Mit der Sprachbarriere fielen auch vielfältige Hemmungen und Reserviertheiten weg.
Die unterschiedliche politische Tradition beider Länder bringe es auch mit sich, so eine weitere These zu Dohnas, dass die Deutschen ein eher obrigkeitliches Denken hätten. „In der Schweiz ist es“, berichtete Dohna über seine persönlichen Alltagserfahrungen im eidgenössischen Medizinbetrieb, „eher so, dass alle ihre Meinung demokratisch einbringen können. Dass zum Beispiel der Oberarzt in einer Klinik befiehlt, das kennt man in der Schweiz eher nicht.“
Alle diese Standpunkte führten im Anschluss an den Vortrag noch zu einer lebhaften, interessanten, aber teilweise auch kontroversen Diskussion. Ein wichtiger zentraler Aspekt, der sich aus dem regen Meinungsaustausch herauskristallisierte und den die meisten teilen konnten: die regionale Herkunft spielt für Schweizer wie für Deutsche eine entscheidende Rolle für eine erfolgreiche Integration und für ein von gegenseitigem Verstehen geprägtes Miteinander.
Vita: Wilhelm zu Dohna, Jahrgang 1956, Dr. med., ist in Deutschland aufgewachsen und hat in Basel Medizin studiert. Danach hat er eine Ausbildung zum Facharzt der Anästhesiologie in Basel und Genf durchlaufen. Er war anschließend Leitender Arzt in Brig / Wallis. Seit 2000 ist er als Belegarzt im Berner Lindenhofspital tätig.
Aschermittwochs-Fischessen am 22.02.2012, Restaurant Italfisch in München
„Genießen Sie den Abend mit viel Freude!“ Diesem Wunsch des SDW-Clubpräsidenten Jürgen Schneider an die Teilnehmer wurde – wie sich spontanen Rückmeldungen entnehmen ließ – mehr als entsprochen. Über 40 Clubmitglieder und Gäste, darunter 13 neue Gesichter, trafen sich dieses Jahr zum traditionellen Fischessen am Aschermittwoch im für seine Küche bekannten Münchner Fischrestaurant Italfisch in der Zenettistraße. Jürgen Schneider gab einen kurzen Ausblick auf die 2012 noch geplanten Veranstaltungen. Darunter Höhepunkte wie das Sommerfest, eine Clubreise in die Schweiz und zahlreiche interessante Vorträge. Vielversprechende Ereignisse, die den Appetit auf das leckere 4-Gangmenü mit Jakobsmuscheln, Pasta mit Scampi, Wolfsbarschfilet und hausgemachter Apfel-Mandeltarte noch steigerten. Das leckere Essen war kulinarischer Rahmen vom Feinsten für interessante Kontakte und Gespräche.
Ein rundum gelungener Abend, der Lust auf weitere gemeinsame Clubtreffen machte.
16.01.2012 – Vorstellung neuer Mitglieder
Das prasselnde Kaminfeuer war nicht unbeteiligt am guten Gelingen des Clubabends. Rund 35 Mitglieder und Gäste ließen es sich nicht nehmen, in gemütlicher, entspannter Atmosphäre an einer Vorstellungsrunde neuer SDW-Miglieder im Kaminzimmer des Paulaner am Nockherberg dabei zu sein.
Den Reigen der „Neuen“ eröffnete Finanzfachmann Werner Bulich, seit Jahrzehnten im Immobilien- und Finanzgeschäft tätig und mit einer Schweizerin verheiratet. Anschließend stellten sich vor: Stefan Graf Dohna, Rechtsanwalt mit deutsch-schweizerisch- irischer Familientradition und Geschäftsführerin Jeannette Diana Ebel, eine Neumünchnerin mit eigener Event- und Reiseagentur, die schon in Düsseldorf dem Schweizerisch-Deutschen Wirtschaftsclub angehörte. Mit Robert Gautsch präsentierte sich dann ein waschechter Münchner, der nach dem Verkauf des Deutschlandgeschäfts der LGT nun bei der Bethmannbank tätig ist.
Die Reihe der Banker vervollständigte Nordlicht Stefan Hansen, Repräsentant der Münchner Filiale der Schweizer Bank Julius Bär. Darauf folgten Alexander Müller, Vertreter der Münchner Filiale der Schweizer Personalberatung Rechsteiner Partners und IT-Fachmann Roland Oehen-Kanzow, der mit seiner Firma Project-Firm im Bereich Web-Beratung arbeitet und ein mit einer Münchnerin verheirateter Schweizer ist. Cellospieler Dr. Stefan Schweyer, als nächster in der Reihe, beschäftigt sich bei der Kanzlei Preu Bohlig & Partner mit Patent-, Marken- und Urheberrecht. Mit Dr. Thomas Wyder können wir noch einen Schweizer in den Reihen des SDW herzlich begrüßen. Er ist studierter Physiker und Patentanwaltskandidat.
Und weil das Kaminfeuer nach dieser Runde immer noch so schön loderte und das allgemeine Interesse höchst befeuert war, haben sich noch zwei Gäste vorgestellt: David Eicher vertritt die Firma Webguerillas, die sich mit alternativer Werbung im Internet beschäftigt und in Zürich eine neue Filiale eröffnet hat. Und last but not least der Schweizer Angelo Brazerol, Vertreter der nationalen Schweizer Fremdenverkehrsorganisation Schweiztourismus in München. Eigentlich schon Mitglied, da sein Antrag zu diesem Zeitpunkt bereits gestellt war. Herzlichen Glückwunsch also auch dem jüngsten Mitglied!
Insgesamt ein für alle höchst inspirierender Abend, der noch zahlreiche Diskussionen an den einzelnen Tischen anregte und sich nicht so schnell auflöste. Einen Wunsch hatten an diesem Abend viele: Hoffentlich gibt es – mit weiteren neuen Mitgliedern – bald eine Neuauflage einer solchen Runde.