Grußwort der Botschafterin

Liebe Mitglieder,

liebe Freunde des Schweizerisch-Deutschen Wirtschaftsclub e.V., München,

BERNE 17.08.2015 - Christine Schraner Burgener. © Béatrice Devènes

BERNE 17.08.2015 – Christine Schraner Burgener. © Béatrice Devènes

sehr gerne bin ich heute Ihrer Einladung zum 40-jährigen Bestehen des Münchener SDW gefolgt. Ohne eine erfolgreiche Förderung der wirtschaftlichen Beziehungen unserer beiden Länder, das Hauptziel des Vereins, wäre dieses Jubiläum gar nicht erreicht worden. Auch nicht ohne ein intensives Engagement der vielen Menschen, die den Club auf dieser langen Wegstrecke getragen haben. In dieser Zeit ist ein lebendiges, solides, bi-nationales Netzwerk an geschäftlichen und privaten Beziehungen entstanden.

Die Anziehungskraft des Clubs schlägt sich auch in einer stetig steigenden Zahl von Mitgliedern nieder. Die regelmäßigen, thematisch anspruchsvollen Club- Veranstaltungen mit namhaften Referenten und weitere Aktivitäten wie Firmenbesuche, Reisen und kulturelle Events werden gut angenommen und ziehen auch viele Gäste an, die sich oft dem Verein später auch als neue Mitglieder anschließen. Ein vitales, aktives Clubleben also, dessen Aktivitäten auch von anderen Schweizer Institutionen in München geschätzt und unterstützt werden.

Schweizer fühlen sich gut aufgehoben und repräsentiert, deutsche Unternehmer können erste Kontakte zur Schweiz aufnehmen. Es kommt zu wirtschaftlichen Impulsen und Anregungen vielfältiger Art. Mehr kann ich mir als offizielle Vertreterin der Schweiz nicht wünschen. Deshalb bin ich auch sehr zuversichtlich aus München weiterhin gute schweizerisch-deutsche Nachrichten zu erhalten und freue mich bei Gelegenheit wieder einmal vorbei zu schauen.

Mit besten Wünschen
Christine Schraner Burgener

SDW

Der Schweizerisch-Deutsche Wirtschaftsclub e. V. fördert die wirtschaftlichen Beziehungen und den Erfahrungsaustausch sowohl der Mitglieder des Vereins untereinander als auch mit anderen Vereinigungen ähnlicher Zielsetzung zwischen der Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland. Neben Vorträgen, Diskussionen und sonstigen Veranstaltungen organisiert der SDW München Kontakte zur Presse, zu Behörden und Verbänden und Vereinigungen der Wirtschaft sowohl in der Schweiz als auch in der Bundesrepublik Deutschland.

Künftige Veranstaltungen

  • 7.5.2018 “Kochen beim Nahrungsmittel- und Babykosthersteller Hipp”
    Kochen mit Herrn Prof. Dr. Claus Hipp, Vorsitzender des Vorstands a.D. des SDWM und SDWM Mitglied, in Pfaffenhofen an der Ilm.
  • 17.6.2018 “FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft”
    16.00 Uhr Deutschland – Mexiko, 20.00 Uhr Schweiz – Brasilien
  • 18.07.2018 Mitgliederversammlung
    Wahl der Vorstände, Sommerfest

Kochen bei HiPP

HiPP Babynahrung – wer kannte als Kind nicht das Glas, das je nach Alter leckeren Bio-Brei zum Verspeisen bot? Laut Professor Hipp werden heute sogar 25% der verkauften Gläschen weiterhin von ehemaligen Kindern, also von Erwachsenen, konsumiert!

Größtenteils mit dem Zug kommend, so trafen die Mitglieder und deren Begleitung zum Koch-Abend bei unserem Mitglied und Vorsitzenden des Vorstands a.D., Herrn Professor Claus Hipp ein. Im idyllischen Pfaffenhofen an der Ilm steht das Werk, das der Großvater von Prof. Hipp bereits Ende des vorletzten Jahrhunderts gebaut hat. Damals war der Firmenfokus auf der Produktion von Zwieback – bis heute hat sich das Sortiment stark vergrößert.

Prof. Claus Hipp mit Monika Oberndorfer

Prof. Claus Hipp mit Monika Oberndorfer

„Es gibt vieles, was wir noch nicht machen, aber da reden wir nicht drüber“, so Prof. Hipp in den Museumsräumlichkeiten der Firma zwischen der Vorspeise, einem köstlichen Zurek mit Stampfkartoffeln und glasigen Zwiebeln und der Hauptspeise, einem polnischem Bigos. Dass es aber einen Ethik-Management-Code gibt, dass der christliche Glaube sichtbar gelebt wird und dass man sich sowohl um Artenvielfalt aber auch um die Umwelt kümmert, darüber wird gesprochen. So wurde der Versuch gemacht, im Winter die Raumtemperatur um nur 1 Grad zu senken, was bei einer 30 Jährigen Frau mit rund 60kg einen Kalorienverbrauch von 5min Höchstleistungssport ergibt und Heizenergie spart. Kontraproduktiv nur, wenn Azubis mit dem Lift nach unten fahren, um danach im Sport noch leistungsfähig zu sein…

Für die Nachspeise, dem Schmalzgebäck Faworki, durften wir dann in entsprechendem Küchen-Outfit Hand anlegen: den Teig ausrollen, bearbeiten und frittieren. Da blieben dann doch Spuren von Puderzucker rund um die Münder vom Naschen haften…

Als wir zum Schluss alle eine HiPP-Tasche mit diversen HiPP Produkten mitnehmen durften, waren sie wieder da, die Gefühle der Freude, die man aus der Kindheit noch kannte… Herzlichen Dank, Herr Professor Hipp!

© Monika Oberndorfer

12. April 2018 – Vortrag Dr. Hans Weiskopf

Am 12. April 2018 hielt unser Clubmitglied Herr Dr. Hans Weiskopf in der Erkerbar im Hofbräuhaus einen Vortrag zum Thema Digitalisierung. Unsere Präsidentin Monika Oberndorfer stellt den Vortragenden vor und übergab ihm dann das Wort für einen einstündigen Vortrag.

Herr Dr. Weiskopf schilderte seinen beruflichen Werdegang und teilte uns mit, dass er jetzt Rentner mit Lehrauftrag ist. Für ihn ist die Digitalisierung ein gigantisches Thema mit unzähligen Fachausdrücken.

Im Jahre 1780 wurde die Dampfmaschine erfunden und man könnte fast sagen wie eine Dampfwalze rollt die Digitalisierung über uns hinweg. Von der Elektrizität, über die Fließbänder, die Industrialisierung und schließlich Vernetzung der Computer, zu den Robotern. Seit ca. 10 Jahren gibt es die Smartphones, doch ein Leben ohne sie ist für unsere Jugend unvorstellbar. Roboter gibt es nicht nur in der Industrie, nein auch im privaten Bereich sind sie bereits im Einsatz z.B. als Rasenmäher. Vor 3 Jahren konnten wir über den Club bei Audi in Ingolstadt über die Roboterstraßen staunen. Der Industrie kostet ein Roboter pro Stunde 12,00 €, er arbeitet genau, wird nicht müde, ist nie krank und 24 Stunden im Einsatz. In Kliniken können Ärzte dank Robotern Patienten operieren, obwohl sie räumlich hunderte von Kilometern entfernt sind. Jeder von uns möchte die bestmögliche ärztliche Behandlung und auf diese Weise können Fachkapazitäten zum Einsatz kommen, ohne ihre eigene Klinik verlassen zu müssen. Die kleinen Chips werden überall benötigt, ob im VW Golf, der 50 davon in sich verbirgt, die Kassen in den Kaufhäusern oder mittlerweile selbstfahrende Autos. Für die Zukunft sind auch selbstfahrende LKW`s, selbststeuernde Schiffe oder Flugzeuge geplant.

Im Wissenschaftsbereich geht ohne Digitalisierung gar nichts mehr, aber auch für kulturelle Werterhaltung ist sie wichtig. Das Downloaden von Büchern, der 3-D Druck. Spanische Wissenschaftler sind jetzt, dank 3-D Druck, in der Lage die menschliche Haut nachzubilden um so Brandopfern helfen zu können. Auch in der Orthopädie ist sie nicht mehr wegzudenken. Hier stehen wir noch am Anfang und es bleibt spannend, was noch alles kommen wird.

Ein weiterer Themenpunkt sind die Drohnen. Einerseits ein Nutzen für die Gesellschaft, z. B. beim Einsatz von Waldbränden für die Feuerwehr oder bei der Polizei. In der Landwirtschaft haben sich Bauern mit Drohnen ausgestattet, um ihre Felder schneller von oben kontrollieren zu können, z. B. über den aktuellen Unkrautbefall. Im privaten Bereich kann das SmartHome unsere Wohnung und im öffentlichen Bereich das SmartCity den aufkommenden Verkehr überwachen. Ohne Big Dater wäre die Wettervorhersage oder das CPS nicht möglich. Besonders Länder wie die USA, Japan oder China sind uns hier weit voraus. Andererseits kann hier auch manipuliert werden und das erfahren wir ja immer öfter aus der Presse.

Begriffe wie die erweiterte Realität (Anleitung über eine Brille zum Aufbau von technischen Geräten oder Reisen durch die Welt) oder die künstliche Intelligenz, Roboter die Situationen selbständig erfassen und angemessen lösen und selbstlernende Computer werden uns künftig begleiten.

Die Digitalisierung gibt uns Chancen, birgt aber auch Risiken. Das Sozialverhalten und die Psyche der Menschen ändert sich. Die Fähigkeit, auf andere Menschen einzugehen, ist in den USA, laut einer Studie,  bereits um 40 % zurückgegangen. Wir dürfen nicht zu einer kalten Gesellschaft werden. Wir sollten die Vorteile nutzen, uns wohlwollend für das Neue interessieren, die Chancen erkennen, aber nicht in Fallen tappen.

Nichts kann das persönliche Gespräch ersetzen, eine Grundlage unseres Clubs; Menschlichkeit, Wärme und Solidarität.

Unsere Präsidentin bedankt sich im Namen aller für den informativen Vortrag und eine angeregte Diskussion schließt den Vortrag ab.

 

Monika Oberndorfer

15. März 2018 – Vortrag Christian Klaue

Die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang in Südkorea sind kaum zu Ende, schon sitzt Christian Klaue, IOC Pressesprecher a.D. mit Club-Präsidentin Monika Oberndorfer im Hofbräuhaus zum sportlichen Kamingespräch. Ja, die Spiele haben sich nicht nur auf den Sport konzentriert, sondern auch politisch Akzente gesetzt: sie waren der Beginn der Annährung zwischen Nord- und Südkorea. Kurz vor den Spielen wurde noch über die Fahne debattiert, aber nach einem Konsens sind die Athleten beider Nationen doch gemeinsam hinter einer Fahne einmarschiert.

Auch die Frage, wer hinter dem IOC steckt, brachte für manch einen Überraschungen: 115 Personen, die aus dem Bereich der Athletenvertreter, aus Verbänden, aus NOCs und „freien“ Mitglieder wie z.B. HRH Princess Anne gehören.

Spannend ging auch die Frage nach den TopSponsoren aus: nein, Audi steckt – obwohl von einem Gast erwähnt – nicht dahinter. Vielmehr sind es 13 global tätige Unternehmen, die die Spiele unterstützen – dafür aber keinerlei Flächenwerbung erhalten. Die Stadien sind alle werbefrei! Die größten Einnahmen erzielt das IOC jedoch nicht über Sponsoren, sondern über den Verkauf der TV-Rechte. Insgesamt summierten sich die Erlöse zwischen 2013 und 2016 auf rund 5,7 Mrd. Dollar – 90% des Geldes geht über die Verbände oder NOCs zurück in den Sport und zu den Sportlern. Die Olypmischen Spiele gelten somit als „Solidarprogramm“, denn viele Nationen könnten sich eine Teilnahme ohne finanzielle Unterstützung gar nicht erlauben.

Beim Thema „Doping“ wurde auch klar, dass trotz aller Emotionen jeweils gilt: im Zweifel für den Angeklagten. Deshalb wurden beispielsweise für Rio 2016 die russischen Athleten nicht kollektiv gesperrt. Der juristische Prozess war noch nicht zu Ende – im Gegensatz dazu in Pyeongchang. Neue forensische Tests dauern und kosten Geld – das alles wird vom IOC gefördert und bezahlt.

Die Journalisten dürfen den kritischen Blick nicht verlieren, aber auch nicht alles schlecht reden. So haben einige Sportler wie z.B. Timo Boll in China einen deutlich höheren Bekanntheitsgrad als in Deutschland selbst. Und in Deutschland werde man sehen, ob es politisch und somit in einem Leistungssportkonzept gewollt sei, nur wenige Sportarten stark zu fördern, oder die volle Breite der Sportarten.

 

… und sportlich war es allemal: unter den Gästen Alexander von Stülpnagel, DOG-Präsident München und Dr. med Andreas Gröger, Mannschaft-Arzt der Deutschen Eishockey-Nationalmannschaft der Herren. Da waren sie wieder, die Bilder der Jungs in Gelb, die zum Ende der Spiele noch sensationell die Silbermedaille gewannen… und irgendwie sind wir doch alle berührt.

14. Februar 2018 – Aschermittwochs-Fischessen

Valentinstag? Da war doch noch etwas am diesjährigen Aschermittwoch, dem Termin für das traditionelle Aschermittwochs-Fischessen des SDWM. Trotz dieser Terminkollision ließen es sich rund 30 Mitglieder nicht nehmen, ins Becco Fino in der Hochbrückenstraße zu kommen und die Vereinstradition weiterzuführen. Auch der Schweizer Generalkonsul Markus Thür und seine Frau Jucara Thür waren wieder dabei, sowie interessierte Gäste, und Mitglieder, die aus der Schweiz extra angereist waren.

Nach einer kurzen Ansprache von unserer Präsidentin Monika Oberndorfer wurde die Vorspeise gereicht – herrlich zarter Thunfisch auf Chioggia Beete mit Kapern und Olivenöl. Sofort machte sich warme italienische Sonne breit an diesem eisig kalten Februartag.

Die Stimmung war wie immer gelöst und die Unterhaltungen an den beiden langen Tafeln angeregt und fröhlich. Der Hauptgang, saftiger Merluzzo mit Spinat, Bratkartoffeln und Oliven hat allen hervorragend gemundet.

Eine süße Überraschung in Form einer Pralinenbox zum Valentinstag überreichte unseren weiblichen Mitgliedern und Gästen spontan Frau Yvette Vaessen von Läderach Chocolatier Suisse. Da leider infektbedingt einige angemeldete Mitglieder nicht kommen konnten, kamen auch noch einige Männer unverhofft in den Genuss dieses Geschenkes.

Apropos süß: die Nachspeise in Form eines Glühwein-Parfaits mit Rotwein Zwetschgen versöhnte dann wieder mit dem hiesigen Winter, der damit auch eine seiner schönen Seiten zeigen konnte.

Wie immer ging der Abend in dieser angenehmen Gesellschaft viel zu schnell vorbei. Es bleibt die Vorfreude auf die nächsten Treffen und Veranstaltungen des SDWM.

 

Thomas Berger

 

 

 

 

11. Dezember 2017 – Weihnachtsfeier

Am 11. Dezember trafen wir uns im Wirtshaus in der Au im Valentins-Saal, der festlich geschmückt erstrahlte, zu unserer Weihnachtsfeier. Einigen Mitgliedern waren die Räumlichkeiten aus vergangenen Zeiten bekannt, als hier noch das Tanzbein geschwungen wurde. Diese Traditionsgaststätte liegt nahe dem Deutschen Museum, also

im Zentrum von München. So war vorgesorgt, dass alle nach der Feier, also auch nach dem Genuss von ein, zwei Gläschen oder mehr, dank der guten Verkehrsanbindung auch wieder wohlbehalten nach Hause kommen.

Unser Vorstandsmitglied und diesmalige Organisator Thomas Berger begrüßte die ankommenden Gäste und der aufmerksame Service verteilte Häppchen zu Sekt mit und ohne Alkohol und/oder Glühwein mit und ohne Alkohol.

Anschließend konnten sich die rund 50 Gäste zwanglos an den wunderschön eingedeckten Tischen niederlassen und sich auf das bevorstehende 4-Gänge-Menü einstimmen.

Das Menü startete mit einem cremigen Maronen-Apfelsüppchen. Zur leichteren Verdauung erfreute uns Frau Schindecker mit der bayrischen Weihnachtsgeschichte „die Brandner Lies“, die sie auch in Mundart vortrug.

Anschließend wurde das Carpaccio vom oberbayrischen Weideochsen mit Kürbiskernöl, dazu Feldsalat mariniert mit Muskatkürbisvinaigrette serviert. Hiernach erfolgte die Begrüßung durch unsere Präsidentin Monika Oberndorfer, die einen Rückblick des Jahres 2017 bei den Gästen abfragte, welche Momente besonders in Erinnerung geblieben sind. Von allen wurde die Schweizreise hier hervorgehoben. Die tollen Eindrücke, die geselligen Momente und die vielen guten Gespräche während der 4 Tage. Frau Oberndorfer gab auch eine Vorausschau, was uns 2018 erwarten wird und gab bekannt, dass die Vorstellung der neuen Mitglieder nicht wie bisher im Januar, sondern erst zum Sommerfest am 18. Juli 2018 erfolgen wird. Ein Dank galt vor allem der unentbehrlichen Seele des Clubs, Frau Simone Helbig, die für die viele Arbeit und ihr Engagement ein Präsent erhielt. Ein weiterer Dank galt allen Vorstandsmitgliedern für ihren Einsatz. Alle freuten sich, dass zur Feier der Schweizer Generalkonsul Herr Markus Thür mit seiner reizenden Gattin Jucara Thür, fast alle Vorstände, sehr viele Mitglieder und besondere Gäste wie u.a. Fabian Osterwalder, Generalkonsul a.D., anwesend waren.

Zum Hauptgang wurde ein in Valentin Cuvèe geschmortes Kalbsbackerl mit gebuttertem Kraut- und Rübengemüse und dazu Stampfkartoffeln gereicht oder man konnte ein vegetarisches Gericht vor Ort wählen. Anschließend gab sich der Nikolaus persönlich die Ehre, beim SDWM vorbeizukommen. Auch 2017 hatte er aus den himmlischen Höhen den SDWM im Auge und konnte einiges berichten. So hat ihm nicht gefallen, dass das Sommerfest nur ein gemütliches Beisammen sein war, aber der festliche Charakter fehlte und hier den Vorstand einschließlich Präsidentin in die Verantwortung genommen dafür Sorge zu tragen, dass so etwas nicht mehr vorkommt. Die Mitglieder ermahnte er nicht zu vergessen, immer alles bestellte auch zu bezahlen. In seinem heiligen Buch hatte er noch so die eine oder andere Anregung und Lob und Tadel. Vor allem wäre er nicht begeistert durch die moderne Technik am persönlichen Erscheinen gehindert zu werden. Alle waren sich einig, auch im nächsten Jahr nicht auf sein persönliches Kommen verzichten zu wollen und so bedankte sich der Nikolaus mit dem Versprechen, den Club auch nächstes Jahr wieder zu besuchen. Er übertrug der Präsidentin des Clubs die Aufgabe, die Geschenke zu verteilen. Alle bedanken sich ganz herzlich bei der irdischen Vertretung des Nikolaus, Herrn Gerhard Wüst.

Als süßer Abschluß wurde ein Gugelhupf von der weißen Toblerone mit kräftiger Kirschsoße und dazu Joghurteis gereicht. Der Abend klang, gut eingestimmt auf das Weihnachtsfest, mit angeregten Gesprächen aus. Jeder Gast erhielt zum Abschied noch ein Geschenk vom Gabentisch, ein rot-goldenes Glas-Schüsselchen der Glashütte Eisch mit einem weißem Schokkikreuz, auch hier das gute Zusammenspiel Deutschland-Schweiz. Schön zu wissen, dass es im neuen Jahr wieder weitergeht, mit spannenden Treffen, guten Vorträgen und geselligen Runden.

© Claudia Walter

 

16. November 2017: Vortrag Martin Bärlocher

Gerichtsgebäude betritt man – abgesehen vielleicht von den dort Beschäftigten – regelmäßig eher mit gemischten Gefühlen und verlässt sie dann entweder erleichtert und froh oder völlig niedergeschlagen. Ganz anders die Mitglieder und Gäste unseres Clubs letzten Don­nerstag, am 16.11.2017. Schon unten am Eingang zum OLG wurden alle vom Wachperso­nal ohne die übliche Untersuchungsprozedur freundlich registriert und hinter der Absperrung dann von unserem Mitglied, der Vorsitzenden Richterin am OLG Gräfin zu Dohna herzlich empfangen und gebeten, sich zum Vortragssaal im 4. Stock zu begeben.

Nach kurzer Wartezeit, die mit justizadäquaten alkoholfreien Getränken überbrückt werden konnte, begann dann fast ganz pünktlich das Programm:

Zunächst nochmals Gräfin zu Dohna, die uns nun stellvertretend für den verhinderten Präsidenten des OLG München offiziell begrüßte.

Dann stellte uns unsere – nicht verhinderte – Präsidentin den Gast und Referenten des Abends vor, den sie schon seit der Zeit ihrer Ausbildung in der Schweiz kennt: Martin Bärlocher. Der 44-jährige Staatsanwalt in Zürich-Sihl war zu dieser Veranstaltung als umwelt- und vermutlich auch ausgabenbewusster Schweizer mit dem Flixbus aus Zürich angereist. Er versprach gleich zu Beginn, dass er uns auch nach dem Ende des „offiziellen“ Teils zur Beantwortung von Fragen zur Verfügung stünde; er habe bis Sonntag Urlaub in München und beab­sichtige nicht, bereits um 22:00 Uhr im Bett zu liegen (so wörtlich).

Spritzig, humorvoll, dabei aber durchaus ernsthaft und auch kritisch erklärte er uns Aufbau und Arbeitsweise der Staatsanwaltschaft in der Schweiz und stellte dabei die Unterschiede zur Rechtslage in Deutschland heraus.  Gewürzt und damit für die Zuhörerschaft griffiger und anschaulich gestaltet wurde das Ganze mit konkreten, durch die Presse allseits bekannten Beispielen, wie die „Goldküstenbubis“ (München 2009), Carlos (Zürich 2013), Jörg Kachelmann (Mannheim 2010/11) und Karl Dall (Zürich 2013/14).

Interessant, dass die Rückfallquote jugendlicher Täter in der Schweiz bei wesentlich milderen Maßnahmen mit 33% erheblich niedriger ist, als im deutlich härter vorgehenden Deutschland mit 45,5% (Zahlen 2012).

Beeindruckend (oder bedenklich?) die Macht des Staatsanwalts in der Schweiz, beginnend mit der Befugnis ohne richterlichen Beschluss selbst Zwangsmaßnahmen (wie z.B. Hausdurchsuchungen) anord­nen zu können bis hin zum eigenständigen Erlass von Strafbefehlen. Ein Vergleich mit dem mittelalterlichen Inquisitor liege durchaus nicht fern, wie Martin Bärlocher selbst sagte. Ob die Schweiz gegenüber Deutschland hier das bessere System habe – diese durchaus berechtigte Frage wollte er nicht beantworten.

Anders die Frage eines Zuhörers, ob diese Machtfülle nicht Gefahr bedeute, bei den Ermittlungen die gebotene Objektivität und die Pflicht zur Berücksichtigung auch der entlastenden Momente zu vernachlässigen: Martin Bärlocher sah dies für sich persönlich nicht. Er unterliege keinem Bestrafungszwang und möchte niemanden bestraft sehen, dem eine Straftat nicht nachgewiesen werden könne – „er wolle sich morgens im Spiegel in die Augen sehen können“ und sei sich der mit seinem Amt verbundenen Verantwortung durchaus be­wusst. Er räumte aber auch ein, dass eine stärkere Beteiligung des Gerichts schon im Ermitt­lungsstadium durchaus seine Vorteile habe und das System „Schweiz“ hier möglicherweise auch Schwächen aufzeige.

Die anschließende rege Diskussion musste dann abgebrochen werden, da wir pünktlich um 20:00 Uhr das Gerichtsgebäude verlassen haben mussten. Selbstverständlich hatte unsere Präsidentin für den weiteren Verlauf des Abends vorgesorgt: es waren Plätze in der Osteria im Künstlerhaus reserviert, wo wir unsere Gespräche fortführen konnten, nachdem wir uns am dortigen Eingang durch die Warteschlange gekämpft hatten und soweit das der Lärmpegel im Restaurant zuließ. Die Pizza dort war jedenfalls an Größe und an Qualität be­merkenswert und mit vollem Mund sollte man sich ohnehin nicht mehr unterhalten.

Rudolf Kratzer

Schweizer Felchlin Schokolade bei „Clement Chococult“ am 18. Oktober 2017 in Bernried

Der Ausflug des SDWM an den Starnberger See endete bereits am Bahnhof Bernried. Denn just dort hat die Firma Clement Chococult ihre Manufaktur im historischen Bahnhofsgebäude eingerichtet.

Seit 2003 betreibt Franz Clement gemeinsam mit seiner Frau die Schokoladenmanufaktur, erst in Tutzing und ab 2010 als gläsere Manufaktur im alten Bahnhofsgebäude von Bernried. Seit 2014 sind auch die beiden Söhne im Familien-Betrieb aktiv.

Von Anfang an standen die Qualität sowie der außergewöhnliche Geschmack der Schokolade und der Pralinen im Vordergrund. Hier kommt die Firma Max Felchlin AG aus Schwyz im gleichnamigen Schweizer Kanton ins Spiel.

Dem Schokoladen-Endkonsumenten ist der Name selten ein Begriff, denn die Firma hat sich darauf spezialisiert, sogenannte Couvertüre für professionelle Weiterverarbeiter, wie Confiseure, Bäcker, Pâtissiers oder Gastronomie, herzustellen. Dieses und noch viel mehr erfuhren die zahlreich angereisten SDWM Mitglieder bei einem Glas Sekt von Stephan Iten, dem Export Sales Manager Europe von Felchlin und von Hermann Ratzinger, Generalimporteur von Felchlin für u.a. Deutschland. Die Location für den Vortrag über Felchlin war übrigens der Verkaufsraum von Clement Chococult, mit seinen verführerischen Düften von herrlich anmutenden Pralinen in der Auslage. Eine richtige Herausforderung seine Sinne auf den Vortrag zu lenken und nicht nur auf die Pralinen.
Warum Clement und Felchlin Partner wurden liegt am gleichermaßen hohen Qualitätsanspruch an die Grundprodukte. Felchlins Couvertüre ist keine Massenware und mit dem Gewohnten auf dem Markt aufgrund ihres vollmundigen Aromas nicht zu vergleichen. Die Kakaobohnen werden direkt bei ausgewählten Kakaobauern weltweit eingekauft und dabei wird das Augenmerk auf beste Qualität und Nachhaltigkeit gelegt. Damit schafft Felchlin eine direkte faire Handelsbeziehung zu den Kakaobauern und garantiert sich damit langfristig höchste Qualität. Die fermentierten und getrockneten und Bohnen werden in Schwyz dann zu diversen Schokoladen Grundprodukten – eben den Couvertüren – verarbeitet, u.a. auch zu den Grand Cru Produkten, welche die Familie Clement in ihren Kreationen einsetzt.
Ein Highlight des Vortrages war die Verkostung von frischen Kakaobohnen, die Herr Iten vor unseren Augen aus der Kakaoschote löste. Die frische Bohne ist mit einem weißen litschiähnlichen Fruchtfleisch umgeben, welches dem Kakao erst durch die Fermentation und die Trocknung den charakteristischen bitteren Geschmack verleiht.
Insgesamt erfuhren unsere Mitglieder viel über die Kakao- und Schokoladenherstellung – auch dass beim sog. Conchieren länger rühren nicht unbedingt bessere „Schoggi“ hervorbringt.

Die Gruppe wechselte dann in die Produktionsräume der Manufaktur, wo bereits diverse Häppchen und natürlich eine große Auswahl feinster Pralinen auf die Gäste warteten.
Im Gespräch mit Franz Clement und seinen Söhnen, sowie der Vorführung einzelner Herstellungsschritte, wie z.B. des Aufbringens des Schokoüberzugs unter dem Schokobrunnen, konnten die Köstlichkeiten ausführlich probiert und genossen werden.
Viel zu schnell war es leider wieder Zeit, die Heimreise anzutreten. Was von der Veranstaltung bleibt ist zum einen das Bewusstsein, dass sich hinter „Schokolade“ so viel mehr verbirgt und zum anderen die süßen Erinnerungen, die uns sicherlich wieder zu Clement Chococult in Bernried oder München führen werden.

Thomas Berger