Grußwort der Botschafterin

Liebe Mitglieder,

liebe Freunde des Schweizerisch-Deutschen Wirtschaftsclub e.V., München,

BERNE 17.08.2015 - Christine Schraner Burgener. © Béatrice Devènes

BERNE 17.08.2015 – Christine Schraner Burgener. © Béatrice Devènes

sehr gerne bin ich heute Ihrer Einladung zum 40-jährigen Bestehen des Münchener SDW gefolgt. Ohne eine erfolgreiche Förderung der wirtschaftlichen Beziehungen unserer beiden Länder, das Hauptziel des Vereins, wäre dieses Jubiläum gar nicht erreicht worden. Auch nicht ohne ein intensives Engagement der vielen Menschen, die den Club auf dieser langen Wegstrecke getragen haben. In dieser Zeit ist ein lebendiges, solides, bi-nationales Netzwerk an geschäftlichen und privaten Beziehungen entstanden.

Die Anziehungskraft des Clubs schlägt sich auch in einer stetig steigenden Zahl von Mitgliedern nieder. Die regelmäßigen, thematisch anspruchsvollen Club- Veranstaltungen mit namhaften Referenten und weitere Aktivitäten wie Firmenbesuche, Reisen und kulturelle Events werden gut angenommen und ziehen auch viele Gäste an, die sich oft dem Verein später auch als neue Mitglieder anschließen. Ein vitales, aktives Clubleben also, dessen Aktivitäten auch von anderen Schweizer Institutionen in München geschätzt und unterstützt werden.

Schweizer fühlen sich gut aufgehoben und repräsentiert, deutsche Unternehmer können erste Kontakte zur Schweiz aufnehmen. Es kommt zu wirtschaftlichen Impulsen und Anregungen vielfältiger Art. Mehr kann ich mir als offizielle Vertreterin der Schweiz nicht wünschen. Deshalb bin ich auch sehr zuversichtlich aus München weiterhin gute schweizerisch-deutsche Nachrichten zu erhalten und freue mich bei Gelegenheit wieder einmal vorbei zu schauen.

Mit besten Wünschen
Christine Schraner Burgener

SDW

Der Schweizerisch-Deutsche Wirtschaftsclub e. V. fördert die wirtschaftlichen Beziehungen und den Erfahrungsaustausch sowohl der Mitglieder des Vereins untereinander als auch mit anderen Vereinigungen ähnlicher Zielsetzung zwischen der Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland. Neben Vorträgen, Diskussionen und sonstigen Veranstaltungen organisiert der SDW München Kontakte zur Presse, zu Behörden und Verbänden und Vereinigungen der Wirtschaft sowohl in der Schweiz als auch in der Bundesrepublik Deutschland.

Künftige Veranstaltungen

4. Dezember 2018
Weihnachtsfeier – “Eierwiese” in Grünwald

10. Januar 2019
“Strandgut” – eine Veranstaltung des Schweizer Künstlers Sven Hartmann im Reich der Kristalle

Februar 2019
Referentenzusage steht noch aus

6. März 2019
Aschermittwoch – traditionelles Fischessen

3. – 6. Oktober 2019
Reise in die Schweiz

9. Oktober 2018 – Vortrag „Franz Xaver Schweyer – der Mann, der Adolf Hitler ausweisen wollte“

Am 09.10.2018 begrüßte unsere Vorstandsvorsitzende, Monika Oberndorfer, die Gäste in einem wunderschönen Nebenraum der Traditionsgaststätte „Donisl“ zur heutigen Veranstaltung. Unser Mitglied, Frau Dr. Barbara Schweyer hielt einen faszinierenden und tief beeindruckenden Vortrag zum Thema „Franz Xaver Schweyer – der Mann, der Adolf Hitler ausweisen wollte“. Nachdem der Vortrag eine knappe Stunde dauerte, werden in unserem Bericht nur Passagen des Vortrages ausgeführt, was einvernehmlich mit Frau Dr. Schweyer abgestimmt wurde.

Der Vortrag war in drei Abschnitte aufgeteilt. Teil 1: Lebensdaten und Fakten, Teil 2: Persönlichkeit Franz Xaver Schweyer und Teil 3: Würdigung.

Teil 1: Lebensdaten und Fakten
F.X. Schweyer wurde am 26.08.1868 in Osterzell bei Kaufbeuren im Landkreis Oberbayern geboren. Er hatte acht weitere Geschwister. Nach seinem Abitur 1889 studierte er in München Staatswirtschaft und Rechtswissenschaften. 1899 heiratet er die 31-jährige Anna Köck auf der Familie Wagner-Bräu. Aus der Ehe entstammten vier Söhne, die alle Juristen wurden. Ab 1900 war F.X. Schweyer als Bezirksamtsassessor in Haßfurt und ab 1909 als Bezirksamtmann in Marktoberdorf tätig. Schnell nahm er das Amt des Ministerialrats ein. Im Sommer 1921 wird er Innenminister. In dieser Phase findet eine Zunahme der antisemitischen Hetze statt.

Im März 1922 beantragte F.X. Schweyer den in Braunau (Österreich) geborenen Hitler als unerwünschten Ausländer in sein Heimatland auszuweisen. Offiziell galt Hitler als staatenlos, obwohl er in Österreich geboren war. Eberhard Auer von der SPD verhinderte die Abschiebung, da diese den demokratischen und freiheitlichen Grundsätzen nicht entsprechen würde. In der Folgezeit kam es immer wieder zu Konfrontationen zwischen dem Innenministerium sowie Hitler und seinen Gefolgsleuten. Dabei gerät F.X. Schweyer immer mehr in die Isolation. Am 02.07.1924 wurde er dann in den Ruhestand versetzt und kehrt nicht mehr ins Ministerium zurück. Später war er in der Wirtschaft tätig, u.a. als Vorstand der Bayern-Werk AG und anderen maßgeblichen Ämtern.

In der Zeit zwischen 1921 und 1924 war die Ideologie des Nationalsozialismus auf dem Vormarsch. Dies drückte sich u.a. im Zuwachs der Stimmen bei den Wahlen aus. Bundesweit vereinten die Nationalsozialisten 18 % der Stimmen (vorher 3 %), in Bayern sogar 33 %. Im Jahr 1933 kommt es dann zur Machtübernahme. Der Bayerische Ministerpräsident Held wird abgesetzt. F.X. Schweyer tauchte zunächst unter, wurde dann aber im Juli 1933 verhaftet und nach Stadelheim gebracht. Während seiner Haft traten gesundheitliche Probleme auf. F.X. Schweyer hat ein Nierenleiden. Dazu kam ein Schlaganfall. Dies bewog die Nazi-Regierung, ihn aus der Haft zu entlassen, da das Regime nicht wollte, dass er in der Haft stirbt. Am 10.11.1935 stirbt F.X. Schweyer an den Folgen des Schlaganfalls.

Teil 2: Persönlichkeit Franz Xaver Schweyer
Im 1. Weltkrieg oblag F.X. Schweyer hauptsächlich die Fürsorge für Kriegsopfer. Aber auch sonst hat er sich sehr stark katholisch-christlichen Vereinigungen zugewandt. Dafür erhielt er viele Auszeichnungen. Den Sozialisten stand er ablehnend gegenüber. Dies spiegelt sich auch im Titel seiner Doktor-Arbeit wider. Der Arbeitstitel lautete: „Verteidigung der Rechtssicherheit“.
1920 kam F.X. Schweyer aus Berlin zurück. In der Folgezeit beobachtete er die Gefahren, die von den rechten und linken Lagern ausgingen. Insofern war ihm die Polizeihoheit in Bayern sehr wichtig, was ihm auch bis 1924 gelang.

Teil 3: Würdigung der Person F.X. Schweyer:
Die nationale als auch die internationale Presse sowie Würdenträger würdigten die Person F.X. Schweyer wie folgt:

Münchener Post:
Er war der einzige Warner gegen die Hitler-Bewegung.

Luzerner Tagblatt:
Hochachtung für die stürmische bayerische Politik.

Bischof Zardar:
Unbedingte Verpflichtung gegenüber Gott und ein Vorbild im Glauben.

Theo Weigl:
Die Unbeugsamkeit von F.X. Schweyer wurde nicht ausreichend gewürdigt. Insbesondere der Mut, mit dem er Hitler entgegengetreten ist. Hätte es mehrere solcher Menschen gegeben, wäre dem Volk viel erspart geblieben. Schweyer ist ein Vorbild für kommende Generationen!

Der Vortrag endete mit den Worten von F.X. Schweyer: „Das walte Gott“.

Es war ein Vortrag der unter die Haut ging und die anwesenden Gäste in seinen Bann zog. Herzlichen Dank an Frau Dr. Schweyer für diesen fesselnden und emotionalen Vortrag.

Vorstand Berthold Bartsch

19. September 2018 – Baustellenbesichtigung Erdinger Ringschluss

hier: Neufahrner Kurve

Bei herrlichem Sonnenschein besuchte die Kleingruppe heute gegen 15.00 h die sich derzeit im Bau befindliche Baustelle „Neufahrner Kurve“ der Deutschen Bahn. Begrüßt wurden wir vom Leiter der Bauüberwachung, Herrn Christian Sigl und seinen Kollegen und Kolleginnen.

Zur Einführung wurde uns das Projekt von Herrn Sigl mittels einer Präsentation vorgestellt, bevor es mit Warnwesten und festen Schuhen auf den Rundgang ging. Unter kundiger Führung von Herrn Sigl wurde uns alles anschaulich und ausführlich erklärt. Der Bauüberwachung gebührt daher unsere höchste Anerkennung für den sehr lehrreichen Nachmittag.

Die Neufahrner Kurve ist Bestandteil des Projekts „Erdinger Ringschluss“ und des Bahnknotenkonzepts des Freistaates Bayern. Möchten Bahnreisende heute aus Nordostbayern zum Münchner Flughafen fahren, steigen sie in der Regel in Freising um und fahren mit einem Bus weiter. Mit dem Bau der Neufahrner Kurve werden die Voraussetzungen geschaffen, um von Ostbayern zukünftig umsteigefrei und schneller als bisher zum Flughafen zu gelangen.

Dazu wird bei Neufahrn bei Freising, nördlich von München, eine zweigleise elektrifizierte Neubaustrecke als Verbindungskurve zwischen der Strecke München – Regensburg und der S-Bahn-Strecke Neufahrn – München-Flughafen errichtet. Nach Abschluss der bauvorbereitenden Maßnahmen starteten Anfang Oktober 2014 die Bauarbeiten. Die Inbetriebnahme ist zum Fahrplanwechsel 2018 geplant.

Die zweigleisige elektrifizierte Verbindungskurve ist 2,3 Kilometer lang und verläuft in Hochlage auf einem Damm. Sie fädelt jeweils mittig in die Bestandsstrecken ein, deren Verlauf dafür jedoch angepasst werden muss: Jeweils ein Gleis der bestehenden Strecken wird um ca. 15 Meter verschoben. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer „Aufweitung“ der Bestandsstrecken. Das rechte Gleis der Strecke Neufahrn – Flughafen ist seit Ende Mai 2015 in neuer Lage in Betrieb. Das rechte Gleis der Strecke München – Regensburg, das Gleis Neufahrn – Freising, wird ebenfalls um 15 Meter verschoben, zusätzlich um 3,70 Meter abgesenkt und in einem sogenannten Trog entlanggeführt. So kann zum einem die Bauwerkshöhe der Neufahrner Kurve minimiert werden; zum anderen schützt der Trog das Gleis vor dem Grundwasser, das hier sehr hoch steht.

Die Neufahrner Kurve wird im Süden über das Gleis Flughafen – Neufahrn und die Autobahn A92 hinweg geführt – dies bezeichnet man auch als „höhenfreie Querung“. Dafür werden ein Rampenbauwerk und eine 183 Meter lange Eisenbahnbrücke errichtet. Anschließend verläuft die Verbindungskurve auf dem ca. 12 Meter hohen Damm Richtung Norden, bis sie ebenfalls höhenfrei die verlegte Verbindungsstraße zwischen den Gemeinden Moosmühle und Mintraching sowie das Gleis Neufahrn – Freising (in Troglage) quert. Die Neufahrner Kurve wird anschließend mit einem Rampenbauwerk wieder bis auf die Höhenlage der bestehenden Trasse geführt.

18. Juli 2018 – Sommerfest in der Grünwalder Einkehr

Nach der einstündigen Mitgliederversammlung mit Neuwahlen der Vorstände des SDWM war ab 19.00 Uhr der Apéro im Garten der Grünwalder Einkehr angesagt. Bei der Wärme wirkte der gereichte Champagner sehr erfrischend. Kurz vor 20.00 Uhr wurde in den Saal gebeten, wo die eigentliche Feierlichkeit vorgesehen war.

Ersatzmitglied a.D. Rolf Bühler begrüßte zunächst die „Musik“ mit den drei Herren Louis, Walter und Fabrizio aus Sizilien. Es erfolgte der vertrauliche Hinweis, dass der letztjährige Nikolaus mit Schweizer Wurzeln ihm eingeflüstert hätte, dass ein Tanzbein zu schwingen nicht das Schlechteste wäre.
Die wiedergewählten „Präsidentin“ namens Monika Oberndorfer ergriff nunmehr das Wort und huldigte den bisherigen aber jetzt ausgeschiedenen Vorstandmitgliedern für ihre Arbeit im Vorstand. Rolf Bühler dankte sie für sein Sponsoring. Der nächst Dank ging an Stefan Hansen für sein kulinarisches Wissen und als „FC Bayern-Terminkalender“. Ein kleiner Seitenhieb an den Banker Stefan blieb nicht aus, dem die zuletzt durchgeführte Schweiz-Reise zu teuer war. Bei Vielflieger und Demokrat Johann Walter bedankte sich unsere Vorstandsvorsitzende ebenso wie bei Julia Pascher für die Unterstützung bei der Sommerfestplanung und die unvergessenen Lösungen zu den SDW-Themen mittels „Golf mit Rolf“. Auch für Thomas Berger hielt unsere Präsidentin ein Dankeschön bereit und zeigte Verständnis für seinen Rücktritt aufgrund seines Hauses auf Sardinien. Der letzte Dank in dieser Runde ging an Generalkonsul Markus Thür für seine Leistung als Diplomat und Netzwerker im Interesse des Vereins.

In der nächsten Danksagungsrunde sparte Monika Oberndorfer die Kassenprüfer nicht aus, die für zwei weitere Jahre für das Amt erneut zur Verfügung stehen. Ebenso wurde Gerhard Wüst für seine brillante Zahlenaufbereitung gedankt. Last but not least ging ein großer Dank an Simone Helbig, die vorübergehend ihre Geschäftsstelle nach Kroatien verlegt hatte um von dort aus das Sommerfest unseres Vereins zu organisieren.
Mit einem schönen Start in den Abend beendete unsere Monika Oberndorfer den ersten offiziellen Teil. Herr Kratzer, Vorstandsvorsitzender a.D. des SDWM, ließ es sich nicht nehmen unserer Vorsitzenden für die bisher geleistete Arbeit zu danken, die den Club fest im Griff habe und ebenso für zwei weitere Jahre das Ehrenamt ausfüllen wird.

Die Band „Finality“ überbrückte musikalisch die Zeit zwischen den Gängen mit italienischen Rhythmen. Die Grünwalder Einkehr mit Frau Arabella Pongratz und Ihrer Tochter Ramona Pongratz und Ihrem Team verwöhnten uns mit fast 60 ausgezeichneten und kulinarisch hervorragenden Gerichten.

Im zweiten Teil der offiziellen Ansprachen stellte unsere Präsidentin die neu gewählten Vorstände vor. Rechtsanwalt Thomas Elster, Schweizer, als Ersatz für unsere Vorstandsvorsitzende, Gräfin Sibylle zu Dohna, vorsitzende Richterin des OLG, Ruth Diggelmann von der Deutschen Bahn, die auch als „Feierbiest“ kann, den Banker Berthold Bartsch als Demokraten mit eigener Meinung, Markus Thür als bereits bekannte Größe der Diplomatie, und Peter Jakob vom Bayerischen Rundfunk als Ersatzmitglied mit eigenen Schulterpolstern.

Pünktlich um 21.50 Uhr ergriff der Schweizer Rolf Bühler von der Greater Zurich AG nochmals das Wort zur Begrüßung der neuen Mitglieder. Diese wurden gebeten sich ebenfalls kurz vorzustellen:
Urs Brütsch – Geschäftsführer des Flugplatz Dübendorf AG, sieht sich als Optimist mit dem Leitsatz „wir schaffen das“!

Roland Huber – im Tourismus zu Hause bildet er einen engen Verbund zwischen Graubünden und München und freut sich das es beim SDWM um Menschen geht.

Dr. Hans-Jürgen Kramer – Mediziner und Jurist, folglich Fachanwalt für Medizinrecht, ist im Sternzeichen Schütze. Fährt gerne mit Traktoren spazieren oder umgefallene Bäume aus dem Weg.

Andreas Knospe – Banker bei der UBS, der den „richtungsweisenden Ton“ unserer Präsidentin schon bestens versteht. Mit drei Kindern sieht er kein demografisches Problem und freut sich auf sein Mitwirken in unserem Verein.

Alexander von Stülpnagel – ist zwar pensioniert, arbeitet aber sehr viel als Informatiker. Er legt großen Wert auf den ethischen Umgang mit Daten. Zudem wirkt er in als Vorsitzender der Deutschen Olympischen Gesellschaft in München mit um die olympische Idee weiterzubringen.

Beat Weibel – Patentanwalt und Leiter der Patentabteilung der Siemens AG – begrüßte die Gäste mit seinem schweizerischen Dialekt. Er ließ uns wissen, dass er sich für eine bessere Zugverbindung zwischen Zürich und München einsetzt und ein Fan der direkten Demokratie ist.

Kurz nach 22 Uhr das offizielle Ende mit dem Highlight des Abends – der mit der Präsidentin tanzende Nikolaus. Über den Rest des Abends schweigt des Sängers Höflichkeit.

Und – beim Lesen des Berichtes neugierig geworden, dann freuen wir uns auf Ihren Besuch bei einer unserer nächsten Veranstaltungen.

Berthold Bartsch, Vorstand

17. Juni 2018 – WM-Party

“Der Weg wird kein leichter sein”

Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland veranstaltete der SDWM in Zusammenarbeit mit dem Generalkonsulat der Schweiz eine WM-Party auf der Dachterrasse des Konsulates in der Prinzregentenstraße. Am Sonntag, den 17. Juli trugen sowohl die Deutsche als auch die Schweizer Nationalmannschaft Ihr erstes Vorrundenspiel aus und insbesondere bei dem amtierenden Weltmeister waren die Erwartungen an einem erfolgreichen Start in das Turnier hoch.

Zahlreiche Mitglieder und Gäste erschienen bei sonnigem bis leicht bewölktem Himmel auf der Dachterrasse, um sich mit Wasser, Bier und Knabbereien auf das erste Spiel (Deutschland vs. Mexiko) vorzubereiten. Der Grill war auch schon aufgebaut, um in der Halbzeitpause köstliche Bratwürste unterschiedlicher Machart zur Stärkung anzubieten.

Dann ging es zur Übertragung in den ansonsten für Vorträge genutzten Veranstaltungsraum. Was dann auf dem Bildschirm zu sehen war, konnte insbesondere die mit der deutschen Mannschaft sympathisierenden Gäste nicht erfreuen. Mexiko ging in der 1. Halbzeit überraschend aber verdient mit 1:0 in Führung. In der Halbzeit ging es dann am Grill und anschließend auf dem Spielfeld um die Wurst. In Moskau blieb es allerdings bei dem aus deutscher Sicht maximal enttäuschenden Spielstand und die Stimmung unter den deutschen Gästen unseres Anlasses war entsprechend getrübt.

Mit der einen oder anderen Flasche Bier und lebhaften Diskussionen wurde die Pause bis zum Anpfiff des Schweizer Spiels gegen den Rekordweltmeister Brasilien überbrückt. Die Südamerikaner zeigten gleich zu Beginn des Spiels, dass sie gewillt waren, das Spiel zu gewinnen und zogen ein beeindruckendes Kurzpassspiel auf. Folgerichtig ging Brasilien bereits in der 20. Minute mit 1:0 in Führung. In der 2. Halbzeit schafften es die Schweizer dann aber, dem Favoriten Paroli zu bieten und nach einem Eckball konnte schon in der 50. Minute die “Lufthoheit” genutzt und per Kopfball der Ausgleich zum 1:1 erzielt werden. Mit Kampfgeist und Glück überstand die “Nati” die ewig anmutenden 40 Minuten bis zum Abpfiff schadlos.

So endete der Abend halbwegs versöhnlich und man war sich einig, dass der Anlass gelungen war.

© Stefan Hansen

Kochen bei HiPP

HiPP Babynahrung – wer kannte als Kind nicht das Glas, das je nach Alter leckeren Bio-Brei zum Verspeisen bot? Laut Professor Hipp werden heute sogar 25% der verkauften Gläschen weiterhin von ehemaligen Kindern, also von Erwachsenen, konsumiert!

Größtenteils mit dem Zug kommend, so trafen die Mitglieder und deren Begleitung zum Koch-Abend bei unserem Mitglied und Vorsitzenden des Vorstands a.D., Herrn Professor Claus Hipp ein. Im idyllischen Pfaffenhofen an der Ilm steht das Werk, das der Großvater von Prof. Hipp bereits Ende des vorletzten Jahrhunderts gebaut hat. Damals war der Firmenfokus auf der Produktion von Zwieback – bis heute hat sich das Sortiment stark vergrößert.

Prof. Claus Hipp mit Monika Oberndorfer

Prof. Claus Hipp mit Monika Oberndorfer

„Es gibt vieles, was wir noch nicht machen, aber da reden wir nicht drüber“, so Prof. Hipp in den Museumsräumlichkeiten der Firma zwischen der Vorspeise, einem köstlichen Zurek mit Stampfkartoffeln und glasigen Zwiebeln und der Hauptspeise, einem polnischem Bigos. Dass es aber einen Ethik-Management-Code gibt, dass der christliche Glaube sichtbar gelebt wird und dass man sich sowohl um Artenvielfalt aber auch um die Umwelt kümmert, darüber wird gesprochen. So wurde der Versuch gemacht, im Winter die Raumtemperatur um nur 1 Grad zu senken, was bei einer 30 Jährigen Frau mit rund 60kg einen Kalorienverbrauch von 5min Höchstleistungssport ergibt und Heizenergie spart. Kontraproduktiv nur, wenn Azubis mit dem Lift nach unten fahren, um danach im Sport noch leistungsfähig zu sein…

Für die Nachspeise, dem Schmalzgebäck Faworki, durften wir dann in entsprechendem Küchen-Outfit Hand anlegen: den Teig ausrollen, bearbeiten und frittieren. Da blieben dann doch Spuren von Puderzucker rund um die Münder vom Naschen haften…

Als wir zum Schluss alle eine HiPP-Tasche mit diversen HiPP Produkten mitnehmen durften, waren sie wieder da, die Gefühle der Freude, die man aus der Kindheit noch kannte… Herzlichen Dank, Herr Professor Hipp!

© Monika Oberndorfer

12. April 2018 – Vortrag Dr. Hans Weiskopf

Am 12. April 2018 hielt unser Clubmitglied Herr Dr. Hans Weiskopf in der Erkerbar im Hofbräuhaus einen Vortrag zum Thema Digitalisierung. Unsere Präsidentin Monika Oberndorfer stellt den Vortragenden vor und übergab ihm dann das Wort für einen einstündigen Vortrag.

Herr Dr. Weiskopf schilderte seinen beruflichen Werdegang und teilte uns mit, dass er jetzt Rentner mit Lehrauftrag ist. Für ihn ist die Digitalisierung ein gigantisches Thema mit unzähligen Fachausdrücken.

Im Jahre 1780 wurde die Dampfmaschine erfunden und man könnte fast sagen wie eine Dampfwalze rollt die Digitalisierung über uns hinweg. Von der Elektrizität, über die Fließbänder, die Industrialisierung und schließlich Vernetzung der Computer, zu den Robotern. Seit ca. 10 Jahren gibt es die Smartphones, doch ein Leben ohne sie ist für unsere Jugend unvorstellbar. Roboter gibt es nicht nur in der Industrie, nein auch im privaten Bereich sind sie bereits im Einsatz z.B. als Rasenmäher. Vor 3 Jahren konnten wir über den Club bei Audi in Ingolstadt über die Roboterstraßen staunen. Der Industrie kostet ein Roboter pro Stunde 12,00 €, er arbeitet genau, wird nicht müde, ist nie krank und 24 Stunden im Einsatz. In Kliniken können Ärzte dank Robotern Patienten operieren, obwohl sie räumlich hunderte von Kilometern entfernt sind. Jeder von uns möchte die bestmögliche ärztliche Behandlung und auf diese Weise können Fachkapazitäten zum Einsatz kommen, ohne ihre eigene Klinik verlassen zu müssen. Die kleinen Chips werden überall benötigt, ob im VW Golf, der 50 davon in sich verbirgt, die Kassen in den Kaufhäusern oder mittlerweile selbstfahrende Autos. Für die Zukunft sind auch selbstfahrende LKW`s, selbststeuernde Schiffe oder Flugzeuge geplant.

Im Wissenschaftsbereich geht ohne Digitalisierung gar nichts mehr, aber auch für kulturelle Werterhaltung ist sie wichtig. Das Downloaden von Büchern, der 3-D Druck. Spanische Wissenschaftler sind jetzt, dank 3-D Druck, in der Lage die menschliche Haut nachzubilden um so Brandopfern helfen zu können. Auch in der Orthopädie ist sie nicht mehr wegzudenken. Hier stehen wir noch am Anfang und es bleibt spannend, was noch alles kommen wird.

Ein weiterer Themenpunkt sind die Drohnen. Einerseits ein Nutzen für die Gesellschaft, z. B. beim Einsatz von Waldbränden für die Feuerwehr oder bei der Polizei. In der Landwirtschaft haben sich Bauern mit Drohnen ausgestattet, um ihre Felder schneller von oben kontrollieren zu können, z. B. über den aktuellen Unkrautbefall. Im privaten Bereich kann das SmartHome unsere Wohnung und im öffentlichen Bereich das SmartCity den aufkommenden Verkehr überwachen. Ohne Big Dater wäre die Wettervorhersage oder das CPS nicht möglich. Besonders Länder wie die USA, Japan oder China sind uns hier weit voraus. Andererseits kann hier auch manipuliert werden und das erfahren wir ja immer öfter aus der Presse.

Begriffe wie die erweiterte Realität (Anleitung über eine Brille zum Aufbau von technischen Geräten oder Reisen durch die Welt) oder die künstliche Intelligenz, Roboter die Situationen selbständig erfassen und angemessen lösen und selbstlernende Computer werden uns künftig begleiten.

Die Digitalisierung gibt uns Chancen, birgt aber auch Risiken. Das Sozialverhalten und die Psyche der Menschen ändert sich. Die Fähigkeit, auf andere Menschen einzugehen, ist in den USA, laut einer Studie,  bereits um 40 % zurückgegangen. Wir dürfen nicht zu einer kalten Gesellschaft werden. Wir sollten die Vorteile nutzen, uns wohlwollend für das Neue interessieren, die Chancen erkennen, aber nicht in Fallen tappen.

Nichts kann das persönliche Gespräch ersetzen, eine Grundlage unseres Clubs; Menschlichkeit, Wärme und Solidarität.

Unsere Präsidentin bedankt sich im Namen aller für den informativen Vortrag und eine angeregte Diskussion schließt den Vortrag ab.

 

Monika Oberndorfer

15. März 2018 – Vortrag Christian Klaue

Die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang in Südkorea sind kaum zu Ende, schon sitzt Christian Klaue, IOC Pressesprecher a.D. mit Club-Präsidentin Monika Oberndorfer im Hofbräuhaus zum sportlichen Kamingespräch. Ja, die Spiele haben sich nicht nur auf den Sport konzentriert, sondern auch politisch Akzente gesetzt: sie waren der Beginn der Annährung zwischen Nord- und Südkorea. Kurz vor den Spielen wurde noch über die Fahne debattiert, aber nach einem Konsens sind die Athleten beider Nationen doch gemeinsam hinter einer Fahne einmarschiert.

Auch die Frage, wer hinter dem IOC steckt, brachte für manch einen Überraschungen: 115 Personen, die aus dem Bereich der Athletenvertreter, aus Verbänden, aus NOCs und „freien“ Mitglieder wie z.B. HRH Princess Anne gehören.

Spannend ging auch die Frage nach den TopSponsoren aus: nein, Audi steckt – obwohl von einem Gast erwähnt – nicht dahinter. Vielmehr sind es 13 global tätige Unternehmen, die die Spiele unterstützen – dafür aber keinerlei Flächenwerbung erhalten. Die Stadien sind alle werbefrei! Die größten Einnahmen erzielt das IOC jedoch nicht über Sponsoren, sondern über den Verkauf der TV-Rechte. Insgesamt summierten sich die Erlöse zwischen 2013 und 2016 auf rund 5,7 Mrd. Dollar – 90% des Geldes geht über die Verbände oder NOCs zurück in den Sport und zu den Sportlern. Die Olypmischen Spiele gelten somit als „Solidarprogramm“, denn viele Nationen könnten sich eine Teilnahme ohne finanzielle Unterstützung gar nicht erlauben.

Beim Thema „Doping“ wurde auch klar, dass trotz aller Emotionen jeweils gilt: im Zweifel für den Angeklagten. Deshalb wurden beispielsweise für Rio 2016 die russischen Athleten nicht kollektiv gesperrt. Der juristische Prozess war noch nicht zu Ende – im Gegensatz dazu in Pyeongchang. Neue forensische Tests dauern und kosten Geld – das alles wird vom IOC gefördert und bezahlt.

Die Journalisten dürfen den kritischen Blick nicht verlieren, aber auch nicht alles schlecht reden. So haben einige Sportler wie z.B. Timo Boll in China einen deutlich höheren Bekanntheitsgrad als in Deutschland selbst. Und in Deutschland werde man sehen, ob es politisch und somit in einem Leistungssportkonzept gewollt sei, nur wenige Sportarten stark zu fördern, oder die volle Breite der Sportarten.

 

… und sportlich war es allemal: unter den Gästen Alexander von Stülpnagel, DOG-Präsident München und Dr. med Andreas Gröger, Mannschaft-Arzt der Deutschen Eishockey-Nationalmannschaft der Herren. Da waren sie wieder, die Bilder der Jungs in Gelb, die zum Ende der Spiele noch sensationell die Silbermedaille gewannen… und irgendwie sind wir doch alle berührt.