10. Mai 2017, 8 Uhr in der Früh, 2 Grad Außentemperatur…. Besuch der Großmarkthalle Münchens

20 unverzagte SDW Mitglieder sind der Einladung zur Führung durch die Großmarkthallen gefolgt, und versammelten sich in den wärmenden Sonnenstrahlen am Westtor an der Thalkirchner Straße. Eine ausgebuchte Führung – trotz früher Stunde!

Unsere Führerin, Frau Lenka Kargol, gab uns zuerst einen kurzen Überblick über die Fakten des Marktes:

– drittgrößter kommunaler Markt für Lebensmittel und Blumen in Europa, hinter Paris und Barcelona, und internationaler Treffpunkt der Obst- und Gemüsebranche.

– 310.000 Quadratmeter mit sechs voll unterkellerten Verkaufshallen, die Gärtnerhalle, den Blumengroßmarkt, weiteren Umschlag-, Lager- und Kühlhallen, sowie zwei Kontorhäusern. Dazu kommt noch der Münchner Schlachthof in der Nachbarschaft in Sendling.

– Zum Großmarkt gehören übrigens auch der Viktualienmarkt, die Märkte auf dem Elisabeth und dem Wiener Platz, sowie jener in Pasing.

– Insgesamt generieren auf dem Großmarkt knapp 400 Unternehmen mit über 3000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von geschätzten ca. 1,5 Milliarden Euro. Sie versorgen täglich eine Region mit etwa fünf Millionen Menschen und vermitteln Waren in das gesamte europäische Ausland.

Dann ging‘s los: „Zusammen bleiben und nichts anfassen!“, so lautete die Sicherheits-Instruktion beim Betreten des Geländes. Wuselnde Gabelstapler und Lastwagen sind allgegenwärtig auf dem Markt und sie haben grundsätzlich Vorfahrt. Unsere Besuchergruppe ist den die z.T. schwer beladenen Fahrzeugen also meist nur im Weg.

Als erstes ging‘s in die Gärtnerhalle. Hier bieten 65 lokale Erzeugerbetriebe Gemüse und Pilze an – das meiste aus der Region München. Natürlich ist die Halle um diese Zeit schon recht ruhig und ziemlich leer – das Geschäft mit dem empfindlichen Frischgemüse hat schließlich schon um 3 Uhr in der Früh begonnen. Heiteres Gemüseraten und Anekdoten, zum Beispiel über die Grand Dame des Großmarkts, Frau Reitmeier, lockerten den Gang durch die Halle auf.

Die Halle 1, die als einzige nach dem Krieg wieder im Originaldesign aufgebaut wurde – so wie die Urhallen von 1912, als der Markt eröffnet wurde, beherbergt unter anderem die „Exoten“-händler. Und hier findet man tatsächlich Früchte, die wir noch nicht kannten.

Was nicht verkauft wird am Markt, oder Früchte und Gemüse die nicht mehr so „hübsch“ sind, gehen an die Münchner Tafel. Das sind immerhin ca. 100 Tonnen, die den ca. 18‘000 Bedürftigen in München zu Gute kommen. Auch der Zoo Hellabrunn ist ein guter Kunde für Gemüse, das den Menschen nicht mehr zugemutet werden kann.

Ein kleiner Wermutstropfen nach der sehr interessanten Führung blieb, denn auf dem ganzen Großmarkt München gibt es kein einziges Schweizer Produkt zu kaufen – die Hürden des Zolls sind für landwirtschaftliche Erzeugnisse aus einem Nicht-EU Land einfach zu hoch.

… und da wir dort als Privatpersonen nichts kaufen durften und langsam doch der Hunger kam, hatte unsere Vorstandsvorsitzende Frau Monika Oberndorfer DIE Idee: Die Einladung zu einem Weißwurstfrühstück in die Gaststätte Großmarkthalle, für alle, die noch Lust und Zeit hatten.

In jeglicher Hinsicht: ein morgendlicher kulinarischer Hochgenuss für alle Sinne!

 

Thomas Berger

Monika Oberndorfer