14. Juni 2013: Besuch des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt

„Völlig losgelöst von der Erde, schwebt das Raumschiff….“ Viele werden es noch im Ohr haben, das bekannte Lied über den Astronauten Major Tom von Peter Schilling. Ein Ohrwurm eben, der einem sofort wieder in den Sinn kam beim SDW-Besuch des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Weßling bei Oberpfaffenhofen – eines der größten europäischen Zentren dieser Art.

Durch die Clubveranstaltung des Juni führte uns mit hohem Sachverstand, gut verständlich und anschaulich DLR-Experte Florian Sellmaier, dort verantwortlich für die Geschäftsentwicklung. Anhand von Exponaten und einem Rundgang durch das Kontrollzentrum öffnete sich uns die spannende Welt der Raumfahrzeuge und Satelliten. Der DLR Raumflugbetrieb ist die zentrale Einrichtung für die Durchführung von Raumfahrtmissionen in Deutschland. Hier können mehrere wissenschaftliche Satelliten, von einem Team und aus einem Kontrollraum heraus, flexibel und zuverlässig betreut werden.

Zuerst brachte Florian Sellmaier den rund 40 Mitgliedern und Gästen Aufbau und Funktion des Columbus-Moduls näher. Das europäische Weltraumlabor erlaubt verschiedenste Experimente in der Schwerelosigkeit, die für die wissenschaftlichen Disziplinen Biologie, Strahlenforschung, Humanphysiologie, Materialwissenschaften, Fluidphysik und Astronomie von großem Interesse sind. Der Betrieb des Moduls wird vom Columbus Control Center in Oberpfaffenhofen aus geleitet. Über 100 Ingenieure und Wissenschaftler übernehmen dort die damit verbundenen Aufgaben wie Überwachung und Steuerung der technischen Systeme und der Experimente des Labors. Dazu gehört auch, dass die Besetzung des Kontrollzentrums rund um die Uhr sichergestellt wird.

Ein weiterer zentraler Punkt der Präsentation war der Erdbeobachtungssatellit TerraSAR, der 2007 gestartet wurde. Satelliten dieser Art fliegen meistens in niedrigen Umlaufbahnen und vermessen die Erde. Die auf diese Weise gewonnenen Daten sind sowohl für die wissenschaftliche Forschung als auch für den kommerziellen Markt von Bedeutung – man denke beispielsweise nur an zeitnahe Bilder der Regionen, die aktuell vom Jahrhundert-Hochwasser betroffen sind. Wir wurden auch über das Galileo-Programm, das weltweit Daten zur Positionsbestimmung liefern soll und das Galileo-Kontrollzentrum informiert. Von hier aus werden bis zu 30 Galileo Satelliten gesteuert. Damit nimmt das Zentrum eine Schlüsselfunktion in der Umsetzung des europäischen Satelliten-Navigationssystems ein.

Mit den Worten „unglaublich, faszinierend…, ich habe ganz neue Einblicke hinter die Kulissen der Raumfahrt bekommen,“ dankte Clubpräsident Jürgen Schneider Florian Sellmaier und Clubmitglied Rudi Kratzer, der den Besuch möglich gemacht hatte. Nachdem Durst und Hunger auf Wissen in überreichem Maße gestillt waren, freuten sich alle, auch Konsul Frank Nohl vom Schweizerischen Generalkonsulat, auf den gesellschaftlichen Teil des Abends. Ein gemeinsames Abendessen im Bräustüberl Schloss Seefeld stand auf dem Programm. Die idyllisch im Schlossareal gelegene Gaststätte war dann der ideale Ort um genussreich zu tafeln und alte und neue Kontakte zu pflegen und den Abend gemütlich ausklingen zu lassen.