15. Mai 2013: Vortrag von Pietro Tiziani zum Thema „Moderne Arbeitswelten“

Ein aktuelles Thema für Unternehmen und Mitarbeiter stand beim Clubabend des SDW im Paulaner am Nockherberg im Mai auf dem Programm. Wie sehen Gegenwart und Zukunft der neuen Büroarbeitswelt aus? Vielfach wird die Gestaltung der Arbeitsumgebung noch von Glaubensfragen dominiert. Geht der Trend zum Beispiel hin zu offenen Großraumbüros oder kann auf Einzelbüros doch nicht verzichtet werden? Pietro Tiziani, Geschäftsleiter Vertrieb vom führenden Schweizer Büroeinrichtungsanbieter Lista Office mit mehr als 400 Mitarbeitern – Firmenmotto „New Ways of Working made in Switzerland“ –  verhalf den Zuhörern in dieser Thematik zu mehr Durchblick.

Veränderte Rahmenbedingungen wie eine vernetzte Welt mit immer mehr Wissensarbeitern, die flexibel und ortsungebunden sind und neue Kommunikationstechniken nutzen, aber auch ein stärkerer Fokus auf die Bürokosten in den Unternehmen, erfordern neue Lösungen bei der Einrichtung von Büroarbeitsplätzen. Dafür sei es zuerst notwendig, so Tiziani, die Faktoren zu ermitteln, die den Mitarbeitern in der Arbeitswelt wichtig sind:  dies sind vor allem Wertschätzung, entgegengebrachtes Vertrauen und Lust an der Arbeit. In einem zweiten Schritt gilt es dann, die erkannten Bedürfnisse „möbeltechnisch“ umzusetzen. Es kommt also darauf an, eine Bürorarchitektur regelrecht zu „schneidern“, die Mitarbeitern und Unternehmen wie ein Maßanzug passt. Dabei sind wichtige Kriterien zu beachten: Dinge wie Begegnungsqualität schaffen, die einen schnellen Informationsaustausch der Mitarbeiter untereinander möglich macht, beim Arbeitsplatz für unterschiedliche Tätigkeiten Wahlmöglichkeiten zur Verfügung stellen und nicht zuletzt auch für Emotionen und Ambiente (z.B. Arbeitsmöglichkeiten mit Pflanzen: Business Garden) im Büroumfeld zu sorgen. Tiziani stellte uns verschiedene Büroformen wie Zellenbüro, Kombibüro, Team- beziehungsweise Großraumbüro oder Businessclub vor, die einzeln oder kombiniert verwendet werden können.

Neue Arbeitswelten müssen natürlich auch mit einem neuen Denken in den Unternehmen einhergehen: So ist es beispielsweise nicht sinnvoll, Flächen nach Status, sondern nach wirklichem Bedarf zu vergeben. Dann bekommt nicht der Chef automatisch das größte Büro, sondern derjenige Mitarbeiter, der es aufgrund seiner Tätigkeit benötigt und am meisten Zeit am Arbeitsplatz verbringt.

In seinem Dank an den Referenten stellte Clubpräsident Jürgen Schneider fest, dass er in dessen Ausführungen die Bestätigung dafür gefunden habe, dass Leistung und Wohlfühlen in engem Zusammenhang stehen. Es folgte eine angeregte Diskussion. Zahlreiche persönliche Erfahrungen der Anwesenden zu Themen wie Ablage, Archiv, Aversion gegen einen möglicherweise täglich wechselnden Arbeits- und PC-Platz kamen zur Sprache und wurden angeregt diskutiert. Ein informativer Abend über Fragen und Antworten, die sicher viele in Zukunft noch beschäftigen werden.