15. September 2016: Vortrag von Dr. phil. Werner Troxler zum Thema: “Einfach führen – wie aus Managerinnen und Managern gute Führungskräfte werden”

Zu der ersten SDW-Veranstaltung nach der Sommerpause konnte die neue Club-Präsidentin Monika Oberndorfer rund 40 Mitglieder und Gäste begrüßen, u. a. den neuen Generalkonsul der Schweiz in München, Herrn Markus Thür, mit seiner Ehefrau Jucara. Nach der Begrüßung übergab sie das Wort an Claudia Dittmar, die ihrerseits den Referenten vorstellte.

Dr. Werner Troxler wurde 1946 in Zürich geboren. Er studierte dort Geschichte, Volkswirtschaft und Kommunikationswissenschaften. Ferner bildete er sich weiter in den Bereichen Kommunikation und Verhaltenspsychologie. Zudem verfügt er über eine langjährige Forschungstätigkeit im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung.

Er ist Gründer und Geschäftsführer des international tätigen Beratungsunternehmens „Integral-Training“. Im Jahre 1998 gründete er gemeinsam mit seinem Partner Frédéric Hirschi den Verlag Hirschi & Troxler in Zumikon bei Zürich. Der Verlag hat in der Zwischenzeit zahlreiche Publikationen in den Bereichen Beziehungs- und Partnerschaftskommunikation veröffentlicht, u. a. den Bestseller „Beziehungskiste“.

Dr. Troxler betonte bei seinem Vortrag zunächst, dass es trotz der ganzen Entwicklung in den letzten Jahren nach wie vor für den Erfolg eines Unternehmens in erster Linie auf die Menschen an-kommen würde, die dort arbeiten. Bei der Auswahl der Mitarbeiter komme es gar nicht so sehr darauf an, diejenigen mit den besten Noten zu finden, sondern vielmehr darauf, nach dem Motto „Wissen kann man lernen, der Charakter bleibt“ diejenigen Mitarbeiter zu finden, die gut zu dem Unternehmen passen.

Bei der Führung von Mitarbeitern käme es in erster Linie auf Werte an wie Loyalität (gegenüber dem Mitarbeiter), Ehrlichkeit, Transparenz, Motivation, Beständigkeit und Wille zum Erfolg an. Eine gute Führungskraft müsse dann auch für die „Wertschöpfung“ sorgen, indem sie diese Werte auch glaubhaft vorlebe. Eine gute Führungskraft könne nicht auf der einen Seite von den Mitarbeitern z. B. Loyalität und Ehrlichkeit verlangen, auf der anderen Seite aber selbst gegenüber den Mitarbeitern nicht loyal und nicht ehrlich sein. Dies könne nicht funktionieren. Zudem sei eine „Wertschätzung“ der Mitarbeiter im wahrsten Sinne des Wortes wichtig, also dergestalt, dass man dem Mitarbeiter auch immer wieder sagt, dass man ihn und seine Arbeit schätzt. Hierbei seien aber auch Übertreibungen im Sinne eines überschwänglichen Lobes zu vermeiden, weil dies ein Mitarbeiter durchschauen würde. Ein nüchterner und sachlicher Ton sei eher angebracht.

Zum Thema „Motivation“ führte Dr. Troxler aus, dass eine Führungskraft eigentlich einen Mitarbeiter gar nicht motivieren könne. Die Motivation müsse vom Mitarbeiter selbst kommen. Hierbei teilte er die Menschen vereinfachend in zwei Typen ein, nämlich den „gestaltenden Mensch“ einerseits und den „Opfer-Mensch“ andererseits. Der „gestaltende Mensch“ habe Lebensfreude und könne sich daher auch einfacher für die Arbeit motivieren. Der „Opfer-Mensch“ sei eher negativ eingestellt und könne sich nicht so leicht für die Arbeit motivieren. Die hohe Kunst für eine Führungskraft ist es wohl, aus einem „Opfer-Menschen“ einen „gestaltenden Menschen“ zu machen.

Dr. Troxler gab den Teilnehmern einen kleinen Tipp mit auf den Weg: Jeder solle sich am nächsten Morgen beim Aufstehen die Frage stellen: „Warum lohnt sich der heutige Tag?“.

Die Frage, ob sich der Abend mit Dr. Troxler gelohnt hat, stellte sich nicht; sie hieß selbstverständlich: „Ja“, wie die anschließenden angeregten Gespräche bei Speis und Trank an den einzelnen Tischen zeigten.

Jürgen Schneider