16. Mai 2014: Besichtigung von Roche Diagnostics GmbH in Penzberg

Die Mai-Veranstaltung des SDW München führte uns nach Penzberg zu einem Informationsbesuch bei Roche Diagnostics GmbH. Als heute größtes Biotech-Unternehmen der Welt – mit Hauptsitz in Basel – hat der Roche-Konzern mit Penzberg einen Schlüsselstandort für Pharma und Diagnostik ins schöne bayerische Voralpenland gesetzt.
Grund genug, uns diese fortschrittliche Stätte, die mit dem Claim „Biotechnologie für die Welt“ wirbt, einmal näher anzuschauen. Freundlich empfangen, vermittelte uns vor Ort Dr. Herbert von der Eltz einen umfassenden Einblick in eines der größten Biotechnologie-Zentren Europas. Multimedial brachte er uns das spannend faszinierende Gebiet der Personalisierten Medizin näher. „Diese hilft Patienten mit Diagnostik und Therapie, welche auf die individuelle Krankheitssituation zugeschnitten sind“, so von der Eltz. Auf diese Weise kann zum Beispiel Krebs viel gezielter und wirksamer bekämpft werden als früher, was der Krankheit einen Teil ihres Schreckens nimmt. Gegen das heimtückische Alzheimer-Leiden werden in Penzberg Biomarker-Tests erforscht und entwickelt, die frühzeitig molekulare Veränderungen erkennen sollen – dazu auch die passenden therapeutischen Antikörper gegen die schädlichen Proteinablagerungen im Gehirn.
Nachdem uns ein Unternehmensfilm das molekulare Basiswissen und die biotechnologischen Prinzipien sehr anschaulich verdeutlicht hatte, ging es auf Bustour durch das weitläufige Firmengelände, auf dem 750 Fahrräder zur freien Benutzung der Mitarbeiter verteilt sind. Die Werksanlagen sind 1972 über einem stillgelegten Kohlebergwerk hochgezogen worden. Ein Musterbeispiel für einen erfolgreichen Strukturwandel. Heute ist Roche Penzberg – einziger Roche-Standort weltweit, an dem Forschung, Entwicklung und Produktion für Diagnostics und Pharma gemeinsam betrieben werden – der größte Arbeitgeber (über 5000 Mitarbeiter) und bedeutender Wirtschaftsfaktor im bayerischen Oberland. Mit 24 Partnerschulen in 14 umliegenden Gemeinden bestehen enge Kontakte, um den großen Bedarf an Auszubildenden zu decken. Zur Erfüllung der gesetzlichen Schwerbehindertenquote tragen 15 Mitarbeiter der Oberlandwerkstätten bei, die integriert in die Belegschaft, einfachere Arbeiten wie Wartung der Fahrräder, Kopieren usw. erledigen. Von der Eltz sieht darin „eine schöne Win-Win-Situation für beide Seiten“.
Im nahegelegenen idyllischen Iffeldorf an den Osterseen, im urigen Weinlokal Vitus, ließen sich die Teilnehmer anschließend mit leichter provencalischer Küche und gutem Wein verwöhnen. Die reichlich gewonnenen Eindrücke konnten sich setzen und der Abend in gemütlicher Runde beschwingt ausklingen.