19. September 2018 – Baustellenbesichtigung Erdinger Ringschluss

hier: Neufahrner Kurve

Bei herrlichem Sonnenschein besuchte die Kleingruppe heute gegen 15.00 h die sich derzeit im Bau befindliche Baustelle „Neufahrner Kurve“ der Deutschen Bahn. Begrüßt wurden wir vom Leiter der Bauüberwachung, Herrn Christian Sigl und seinen Kollegen und Kolleginnen.

Zur Einführung wurde uns das Projekt von Herrn Sigl mittels einer Präsentation vorgestellt, bevor es mit Warnwesten und festen Schuhen auf den Rundgang ging. Unter kundiger Führung von Herrn Sigl wurde uns alles anschaulich und ausführlich erklärt. Der Bauüberwachung gebührt daher unsere höchste Anerkennung für den sehr lehrreichen Nachmittag.

Die Neufahrner Kurve ist Bestandteil des Projekts „Erdinger Ringschluss“ und des Bahnknotenkonzepts des Freistaates Bayern. Möchten Bahnreisende heute aus Nordostbayern zum Münchner Flughafen fahren, steigen sie in der Regel in Freising um und fahren mit einem Bus weiter. Mit dem Bau der Neufahrner Kurve werden die Voraussetzungen geschaffen, um von Ostbayern zukünftig umsteigefrei und schneller als bisher zum Flughafen zu gelangen.

Dazu wird bei Neufahrn bei Freising, nördlich von München, eine zweigleise elektrifizierte Neubaustrecke als Verbindungskurve zwischen der Strecke München – Regensburg und der S-Bahn-Strecke Neufahrn – München-Flughafen errichtet. Nach Abschluss der bauvorbereitenden Maßnahmen starteten Anfang Oktober 2014 die Bauarbeiten. Die Inbetriebnahme ist zum Fahrplanwechsel 2018 geplant.

Die zweigleisige elektrifizierte Verbindungskurve ist 2,3 Kilometer lang und verläuft in Hochlage auf einem Damm. Sie fädelt jeweils mittig in die Bestandsstrecken ein, deren Verlauf dafür jedoch angepasst werden muss: Jeweils ein Gleis der bestehenden Strecken wird um ca. 15 Meter verschoben. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer „Aufweitung“ der Bestandsstrecken. Das rechte Gleis der Strecke Neufahrn – Flughafen ist seit Ende Mai 2015 in neuer Lage in Betrieb. Das rechte Gleis der Strecke München – Regensburg, das Gleis Neufahrn – Freising, wird ebenfalls um 15 Meter verschoben, zusätzlich um 3,70 Meter abgesenkt und in einem sogenannten Trog entlanggeführt. So kann zum einem die Bauwerkshöhe der Neufahrner Kurve minimiert werden; zum anderen schützt der Trog das Gleis vor dem Grundwasser, das hier sehr hoch steht.

Die Neufahrner Kurve wird im Süden über das Gleis Flughafen – Neufahrn und die Autobahn A92 hinweg geführt – dies bezeichnet man auch als „höhenfreie Querung“. Dafür werden ein Rampenbauwerk und eine 183 Meter lange Eisenbahnbrücke errichtet. Anschließend verläuft die Verbindungskurve auf dem ca. 12 Meter hohen Damm Richtung Norden, bis sie ebenfalls höhenfrei die verlegte Verbindungsstraße zwischen den Gemeinden Moosmühle und Mintraching sowie das Gleis Neufahrn – Freising (in Troglage) quert. Die Neufahrner Kurve wird anschließend mit einem Rampenbauwerk wieder bis auf die Höhenlage der bestehenden Trasse geführt.