20. Oktober 2016: Besichtigung des Bayerischen Rundfunks

Mit großem Interesse wurde von unseren Mitgliedern und Gästen die Möglichkeit angenommen, einen Blick hinter die Kulissen des Bayerischen Rundfunks werfen zu können. Schon im Foyer der Rundfunkanstalt in der Arnulfstraße wurde über einen Bildschirm das Kommen unseres Clubs angekündigt. Herr Jakob, seines Zeichens Verkaufsdirektor von BR Media und Initiator der Besichtigung, begrüßte zunächst im kleinen Sitzungssaal im Funkhaus rund 50 Mitglieder und Gäste des SDW. Nach einer kurzen Einführung durch Herrn Jakob und der freudigen Überraschung, dass jede der zuvor eingeteilten Gruppen mehr als nur ein Sendestudio (B3 oder B5 aktuell) besichtigen können, ging es auch schon los. Die zwei jeweils 25 Mann starken Gruppen wurden von den beiden langjährigen, sehr kompetenten BR Mitarbeitern, Frau Melvina Kotios und Herrn Müller, in Empfang genommen und zunächst durch die Sendestudios bei B3 und B5 geführt.
Im B3 Studio waren gerade die B3 Moderatoren Brigitte Theile und Axel Robert Müller mit ihrem Programm „Die zwei für euren Feierabend“ auf Sendung. Nach der ersten Ernüchterung, dass Studiogäste meist nicht live im Studio sitzen, sondern aufgezeichnet aus dem Computer kommen, war das Erstaunen der Gäste über all die Technik und die Komplexität einer Radioshow groß. Frau Kotios hat mit Leib und Seele den Ablauf einer Radioshow erklärt und wusste auf die vielen interessanten Fragen der Gäste stets eine Antwort und eine lustige Anekdote zu erzählen. Besonders beeindruckend waren auch die Räume, in denen die Hörspiele des BR (ca. 4 im Jahr) mit echten Schauspielern aufwendig aufgezeichnet werden. Wir erfuhren, dass bei einem Hörspiel die Geräusche viel wichtiger sind als das gesprochene Wort. Je exakter die nachgemachten Geräusche der Realität entsprechen, desto besser kann sich der Hörer in seiner Phantasie in die Geschichte hineinversetzten. Daher gab es in diesen Studios eine Vielzahl an interessanten Utensilien, mit denen Alltagsgeräusche beachtlich genau nachgemacht werden können. So erfuhren die Gäste in einem Selbsttest, dass das Wassergeräusch in einer Küchenspüle anders klingt als im Bad, konnten selbst Schneeschritte mittels eines Kiesbettes erzeugen, welches durch einen Teppich bedeckt war und lernten eine „Winderzeugungsmaschine“ (= Holzrolle und ein Stück Stoff) kennen.
Die Gruppe B5 erhielt von B5 aktuell Chef, Herrn Max Stocker Informationen zur Entstehungsgeschichte von B5-„einfach besser informiert“. Die aktuellen Aufgaben von B5, Zahlen und Fakten. Am 6.5.1991 wurde B5 ins Leben gerufen. Die Aufgabe ist ein ganztägiges Informationsprogramm über Wirtschaft, Politik, Sport, Kultur und aktuelle Ereignisse, “Nachrichten im 15-Minuten-Takt”. Zweimal in der Stunde auch Informationen zum Börsengeschehen, sowie über Wetter und Verkehr. Bei aktuellen Anlässen (z. B. Live-Berichten von Sport-Ereignissen) gibt es auch Abweichungen von diesem Schema. Für die Fülle an Informationen ist ein großer Stab an Mitarbeitern erforderlich, allein in Bayern arbeiten 60 Reporter unter anderem auch dem B5 zu. Im Hause des Bay. Rundfunks wird im 4-Schichtbetrieb gearbeitet, das ermöglicht viele Teilzeitstellen. Täglich werden an die 5.000 Meldungen überarbeitet. Hierzu braucht es Hintergründe und Zusammenhänge, Analysen und Einordnung. Ca. 820.000 Zuhörer rufen diese Informationen ab.
Auch beim Bay. Rundfunk gilt, nur in der Gemeinschaft sind wir stark und wirtschaftlich. Deutschlandweit gibt es zwischenzeitlich mehrere Informationssender, die ihre Daten in einer Datenbank abspeichern, auf die dann jeder Sender zugreifen kann. In der Zeit von 0.05 Uhr bis 6.00 Uhr sendet B5 die ARD-Infonacht.
So gerüstet mit Informationen folgte dann der Rundgang mit Herr Müller. Uns wurde ein laufender Studiobetrieb gezeigt, ein Studio für Hörspiele und das dazugehörige Equipment (einschließlich Selbstversuchen), der große Konzertsaal für ca. 400 Personen und ein Raum mit Mischpult, das 8 verschiedene Konzerte einspeichern kann und einen Wert von ca. 650.000 € hat (echte deutsche Wertarbeit). Beeindruckt folgte die Gruppe Herrn Müller, denn jeder war sich sicher, ohne ihn finden wir im Labyrinth der Gänge des Bayerischen Rundfunks den Weg zum kleinen Sitzungssaal nicht mehr.
Dort trafen sich die beiden Gruppen wieder und unsere Präsidentin, Frau Oberndorfer, bedankte sich bei den drei Herren und der reizenden Dame für die tollen Einblicke in das Geschehen des B3 und B5 und überreichte jeweils ein kleines Dankeschön. Herr Jakob bedankte sich für das Interesse, das die Clubmitglieder zeigten und beide Seiten waren sich einig, dass man gegen eine Wiederholung – gar beim Bayerischen Fernsehen – nichts einzuwenden hätte.
Anschließend ging es in das nur wenige Minuten fußläufig entfernte, gerade neu-eröffnete und somit sehr gefragte Restaurant „Box-Kitchen“. Nach dem schon traditionellen Aperitif konnten wir aus diversen kulinarischen Richtungen auswählen und erlebten durchaus perfekt gezauberte Speisen. So kam jeder auf seinen Geschmack und ein kurzweiliger Abend ging – für manchen sicherlich im Auto auf der Heimfahrt von B3 oder B5 aktuell begleitet – zu Ende.

Julia Pascher und Johann L. Walter