22. Oktober 2014: Prof. Dr. Bernhard Hirsch: „Wie entscheiden Manager? Unterschiede zwischen deutschen und schweizerischen Managern?“

Mit Prof. Dr. Bernhard Hirsch von der Universität der Bundeswehr in München, konnte SDW-Präsident Jürgen Schneider auf der Oktoberveranstaltung des Wirtschaftsclubs, im Paulaner am Nockherberg, den zahlreich Anwesenden einen anerkannten Fachvertreter des betriebswirtschaftlichen Behavioural Controlling ankündigen.

Die Qualität von Managerentscheidungen ist von großer Bedeutung, denn falsche Entscheidungen von Topleuten können ein Unternehmen mitunter teuer zu stehen kommen. Grund genug, das Thema entscheidungstheoretisch näher zu analysieren und zu beleuchten. Zur Auflockerung der nicht ganz leichten Materie bezog Prof. Hirsch auch das Auditorium immer wieder in zahlreiche präsentierte Fallbeispiele mit ein.

Schon Friedrich der Große erkannte, dass „wenige Menschen denken, und doch wollen alle entscheiden“. Prof. Hirsch konnte durch seine Untersuchungen bestätigen, dass auch bei Managern häufig eine Kluft zwischen „Wollen“ und „Können“ bestehe. „Schließlich sind auch sie nur Menschen und keine Alleskönner, und ihrem ausgeprägten Gestaltungswillen steht oft nur begrenzte Problemlösungskapazität gegenüber.“ Dazu komme auch, dass Opportunismus und kognitive Begrenzungen bei ihnen in unterschiedlichem Maße vorhanden seien.

Als weitere wichtige Erkenntnis, die über den rein quantitativen Aspekt der Informationsverarbeitung bei Entscheidungen hinausgeht, zeigte sich, wie nützlich eine optimierte Darstellung von komplexen Sachverhalten in Form von informativen Grafiken und Tabellen im Entscheidungsprozess sein kann. Ein sehr wichtiger Hinweis für Unternehmenscontroller, große Datenmengen in Entscheidungsvorlagen für das Management entsprechend lesefreundlich und verständlich aufzubereiten.

Die Frage nach den kognitiven Unterschieden im Entscheidungsverhalten von Schweizern und Deutschen im Managementkontext erwies sich für den Referenten als schwieriger zu beantworten als erwartet, da sie wissenschaftlich noch wenig untersucht sei. Das von Prof. Hirsch angeführte Beispiel des in der Schweiz sehr erfolgreichen deutschen Managers Helmut Maucher lässt auch eher Zweifel aufkommen, hier kulturelle Unterschiede zu stark an der Nationalität festzumachen.

Es gab also genügend Stoff für weitere Diskussionen der rund 50 Mitglieder und Gäste des anspruchsvollen Vortragsabends.