SDWM „Abschied vom Nockherberg“ am 29. März 2017

„Und sag zum Abschied leise Servus“

40 Mitglieder und Gäste folgten der Einladung unseres Clubvorstandes und fanden am 29. März 2017 den Weg hinauf auf den Nockherberg, um Abschied zu nehmen von unserem Versammlungsort.

Von links: Monika Oberndorfer, Vorsitzende SDWM. Peter Pongratz, Hausherr Paulaner am Nockherberg. Markus Thür, Schweizerischer Generalkonsul.

 

Seit 2003, nach dem Wiederaufbau des Wirtshauses, der durch einen verheerenden Brand im Jahr 1999 erforderlich geworden war, bot der „Paulaner am Nockherberg“ unserem Club eine stetige Heimat.

Da unser Abschiedsabend mitten in die Starkbierzeit fiel, nutzten viele der Anwesenden die Gelegenheit, einen frisch gezapften „Salvator“ zum Apéro zu genießen. Dass dieses seit Jahrhunderten gebraute Bier einen Alkoholgehalt von nahezu 7,5 % hat, erfuhren die Trinkenden erst im Laufe des Abends….

Peter Pongratz, der über die Landesgrenzen hinaus bekannte Hausherr des Nockherbergs, ließ es sich nicht nehmen, uns höchst persönlich eine Kurzchronik des Hauses auf sehr amüsante Art und Weise vorzulesen. Hier die markantesten Daten:

  • 1627: Die sogenannten Paulaner wurden von Kurfürst Maximilian I. in das »Kloster Neudeck ob der Au« berufen.
  • 1634: Spätestens in diesem Jahr begannen die Paulaner Mönche mit dem Bierbrauen.
  • 1751: Ein kurfürstliches Mandat erlaubte endlich ausdrücklich den öffentlichen Bierausschank am Festtag des Ordensgründers des hl. Franz von Paula, am 2. April.
  • 1799: Das Kloster wurde am 23. Juli 1799 aufgelöst.
  • 1806: Der Braumeister Franz Xaver Zacherl übernahm vorerst pachtweise das Klosterbrauhaus. Sieben Jahre später kaufte er das gesamte Areal. Er setzte die Tradition des »Heilig-Vater-Bier-Ausschankes« fort.
  • 1944: Vollständige Zerstörung durch einen Bombenangriff.
  • 1944-1950: Wiederaufbau des Salvatorkellers.
  • 1950: Die erste Salvatorprobe nach dem Zweiten Weltkrieg fand am 10. Februar 1950 statt.
  • 1994: Umbenennung des »Salvator-Kellers« in »Paulaner-Keller« durch die Paulaner Brauerei.
  • 1999: In der Nacht zum 28. November wurden die Säle und die Wirtsräume des damaligen »Paulaner-Kellers« bei einem Großbrand zerstört.
  • 2003: Im März wird der neu erbaute »Paulaner am Nockherberg« eröffnet und das traditionelle Starkbierfest findet wieder für 17 Tage im »Paulaner Festsaal« statt.

Im Anschluss an die „charmant-launige“ Lesung verriet uns Peter Pongratz in einem Dialog mit der Club-Präsidentin Monika Oberndorfer – mal lässig auf einem Hocker sitzend, mal an einen Stehtisch gelehnt – und mit einem tönernen Maßkrug vor sich (ob da wirklich Starkbier drin war?) Details seines umtriebigen und für die Zuhörer spannenden Wirtelebens. Angefangen von der Schulzeit auf dem Überreiter-Gymnasium und der Hotelfachschule in Bad Reichenhall über verschiedene Stationen wie beispielsweise dem Forsthaus Wörnbrunn, der Tenne in Kitzbühel und dem Spöckmeier am Marienplatz bis hin zum Paulaner am Nockherberg. Und damit war es immer noch nicht genug, Peter Pongratz ist und bleibt auch noch Wies’n-Wirt im Winzerer Fähndl und Inhaber der Grünwalder Einkehr.

Bei der Aufzählung seiner Stationen leuchteten die Augen des Peter Pongratz und jeder im Saal war überzeugt, dass der bald Siebzigjährige noch lange nicht in den Ruhestand wechseln wird.

Bei den bekannt schmackhaften Speisen des Paulaner am Nockherberg und der nicht zuletzt aufgrund des eingangs erwähnten Alkoholgehaltes des Salvators angeregten Gespräche endete der letzte Club-Abend auf dem Nockherberg – mit viel Nostalgie und besten Erinnerungen unserer Schweizer und Deutschen Mitglieder und Freunden.

SH