Veranstaltung am 10.10.2011

An diesem Clubabend des SDW München, im Salvatorkeller des Paulaner am Nockherberg, stand ein Vortrag auf dem Programm, der Erinnerungen weckte an die in den Romanen von Jules Vernes erschaffenen Welten, die zu damaliger Zeit das Produkt einer von beschleunigtem technischen Fortschritt und großen Entdeckungsreisen geprägten Epoche waren. Die multimedial unterstützten Ausführungen des Schweizer Architekten Andreas Vogler zu “Die Architektur der nächsten Generation: Von Raumschiffen und fliegenden Bauten” zeigte den rund 30 Zuhörern, Mitgliedern und Gästen, auf faszinierende Weise, dass die Menschen auch heute nicht aufgehört haben zu träumen und architektonische Visionen auch im 21. Jahrhundert noch begeistern können. Anhand zahlreicher Projekte veranschaulichte Vogler die Entwurfsmethodik des von ihm und seinem Partner, Arturo Vittori, gegründeten Architektur- und Designstudios “Architecture and Vision”. Die Methodik basiert auf einem universalen Gestaltungsbegriff, der keinerlei Berührungsängste kennt. Kühne Zukunftsideen werden zu in der Gegenwart realisierbaren, technisch umsetzbaren Lösungen weiter entwickelt – immer eng angelehnt an den Bedürfnissen von Mensch und Natur. Vogler präsentierte unter anderen die Projekte “MarscruiserOne”, ein marstaugliches Fahrzeug, “MoonBaseTwo”, ein wissenschaftliches Laboratorium zur Erforschung des Mondes. Ausserdem “TalisEnterprise”, ein für den Weltraumtourismus taugliches Raketenflugzeug. Weiterhin ein Projekt zur Innenausstattung der koreanischen Fluglinie “AsianaAirlines”, das Wüstenzelt “DesertSeal”, das sich durch ein markantes vertikales Element auszeichnet, welches kühlere Luft einsaugt, angeregt durch die Funktionsweise der Atmung bei Chamäleon und Kamel. Weiter wurden vorgestellt das Projekt “AirTree”, ein künstlicher Baum, der in betonversiegelten Großstädten mit Hilfe von Feinstaub aufnehmenden Mooselementen, zur Verringerung der Luftverschmutzung beiträgt. Neue angehobene Hochhausformen mit Bodenfreiheit, das Projekt “FioredelCielo”, die “Macchina di Santa Rosa di Viterbo”, ein 30 Meter hoher Turm, der von 100 Männern getragen wird und die Weltraumskulptur “AtlasCoelestisZeroG”, die in der internationalen Raumstation ISS schwebte und das Modell einer Hügelstadt in Italien. Viele Projekte transferieren Technologie der Luft- und Raumfahrt in Applikationen auf der Erde und setzen Maßstäbe in Ökologie, Funktionalität, Schönheit und Qualität. Alles in allem ein höchst inspirierender Abend, der Diskussionen anregte und die Phantasie der Teilnehmer noch lange beschäftigen wird.

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